Bike43 bring ein modulares E-Bike für die Zukunft!

Ein Lastenrad kauft man oft für einen ganz bestimmten Lebensabschnitt: Kindertransport, Wocheneinkauf, Sporttaschen, Alltag. Das Spannende am Bike43 ist aber genau die Frage, was danach kommt. Denn dieses Rad will nicht nur heute passen, sondern auch morgen noch. Und genau da setzt das Bike43 Mid an: als Longtail, das sich später sogar zu einer kürzeren Short-Version umbauen lässt. Das ist nicht nur clever gedacht, sondern im Lastenradmarkt tatsächlich ziemlich selten.

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Und hier zu der Erklärung der Bewertung.

Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 4/5
Auf der Straße fährt sich das Bike43 angenehm direkt, stabil und für ein Longtail erfreulich quirlig. Der relativ kurze Radstand hilft beim Handling, ohne dass das Rad nervös wird. Im Gegenteil: Sowohl unbeladen als auch beladen wirkt die Abstimmung sicher und die sehr aufrechte Sitzposition entspannt den Oberkörper. Dazu kommt ein Lenkungsdämpfer, der verhindert, dass sich die Front aufschaukelt. 

Der Bosch Performance Line PX bringt dabei ordentlich Schub. Auf 25 km/h beschleunigt das Rad zügig, der Motor bleibt vergleichsweise leise, und die Shimano Nexus 5E lässt sich auch unter Last sauber schalten. Im urbanen Einsatz passt das sehr gut zusammen. An steileren Rampen zeigt sich aber auch die Kehrseite: Der erste Gang ist eher lang übersetzt. Gerade mit Beladung braucht es beim Anfahren deutlich mehr Nachdruck, auch wenn die Anfahrhilfe das entschärft. Für die Stadt ist das Paket stimmig, für sehr bergige Gegenden nicht ganz ideal. 

Auf Kopfsteinpflaster und rauem Untergrund schlägt sich das Bike43 ebenfalls stark. Die 20-Zoll-Bereifung, die Federgabel und die insgesamt gelungene Abstimmung filtern Vibrationen erstaunlich gut weg. Dazu kommt eine gute Rahmensteifigkeit: Selbst im Wiegetritt wirkt das Rad nicht schwammig. In der kurzen Short-Konfiguration wird das Ganze dann noch verspielter. Der um 13 Zentimeter verkürzte Radstand macht das Rad spürbar direkter und es wird zu einer kleinen Spaßmaschine. Dabei stört das recht hohe Leergewicht von knapp 40kg kaum.

Innovation/Design: 5/5
Die eigentliche Ansage des Bike43 steckt nicht in einer einzelnen Komponente, sondern im Gesamtkonzept. Der Aluminiumrahmen mit 20-Zoll-Rädern vorne und hinten wirkt modern, kompakt und in dem getesteten Gelb ziemlich auffällig. Dazu gibt es weitere Farben wie Dunkelblau, Terracotta und Salbei. Optisch ist das Rad eigenständig und verspielt, mit einer schönen, eher rundlichen Formensprache.

Richtig spannend wird es beim technischen Aufbau. Der Motor sitzt nicht in einer fest integrierten, systemspezifischen Aufnahme, sondern in einer separaten Halterung, die an den Rahmen geflanscht wird. Das eröffnet ungewöhnlich viel Freiheit für künftige Antriebe. Dazu kommen eine großzügige Akkuöffnung für verschiedene Akkutypen und auswechselbare Ausfallenden am Hinterbau. Das ist ein Ansatz, der nicht auf schnellen Modellwechsel, sondern auf lange Nutzbarkeit zielt. Genau das macht das Bike43 so interessant. Nachteil ist, dass dadurch der Motor und Kabel weniger gut geschützt sind, als bei proprietären Motoraufnahmen.
Die getestete Version mit dem Bosch Motor bietet dazu noch alle Möglichkeiten in Sachen Konnektivität des Smart Systems.

Ausstattung: 3/5
Die Ausstattung des Testrads ist alltagstauglich und sinnvoll gewählt. Der starke Motor wird von einem riesigen Akku flankiert, die Nexus 5E passt für die Stadt, in dem Preisbereich bieten die meisten Räder aber schon eine Enviolo mit größerer Bandbreite. Der höhenverstellbare Vorbau und andere Anbauteile wirken sehr stabil und langlebig. Ein kleiner Kontrapunkt sind die Kontaktpunkte Sattel, Griffe, Pedale: die sind vernünftig, aber nicht sonderlich hochwertig und der Sattel wirkt für die aufrechte Sitzposition etwas schmal. Auch bei der Beleuchtung ist noch Potential.

Preis: 4/5
Das Bike43 Mid startet bei 5.290 Euro. Das Testrad liegt mit der gezeigten Ausstattung bei 6.595 Euro. Damit spielt das Rad klar nicht im Schnäppchenbereich, bringt dafür aber ein ziemlich ungewöhnliches Konzept mit. Es spielt sowohl preislich, als auch von der Größe und der Ausstattung in einer Liga mit Riese & Müller Multitinker, Tern GSD und Vello SUB, unterbietet diese Kandidaten jedoch leicht und überbietet sie in Sachen Modularität und Langlebigkeit.

Qualität & Wartung: 4/5
Das Bike43 macht konstruktiv einen sehr durchdachten Eindruck. Der Rahmen ist sehr stabil, der selbst entwickelte Vorbau extrem fest, und auch beim Zerlegen des Rads überzeugt die Mischung aus Einfachheit, Stabilität und Effektivität. Das ist solide Ingenieursarbeit!
Der mehrfach umgelenkte Kettentrieb bedarf natürlich regelmäßiger Aufmerksamkeit, ist aber grundsätzlich ebenfalls mit hochwertigen Teilen ausgestattet. Der Rahmen zeigte beim Testrad nicht überall schöne Schweißnähte, war aber eines der ersten Modelle aus der Produktion.

Für Wartung und Langzeitnutzung ist vor allem die Modularität spannend. Unterschiedliche Motoren, verschiedene Akkus, wechselbare Ausfallenden, perspektivisch auch Riemenantrieb: Das ist ein Setup, das nicht so schnell in einer System-Sackgasse landet. Gleichzeitig gilt aber auch: Der Umbau von Longtail zu Shorttail ist nichts für die heimische Bastelstunde. Das sollte nur über Fachwerkstätten laufen. Die sind gerade im Westen Deutschlands ganz gut vertreten, im Osten und Norden fehlt es aber noch an Bike43 Händlern. Dank der Standardteile kommen aber auch andere Werkstätten mit dem Rad klar.

Lastenrad Kategorie 

Variabilität: 5/5
Hier spielt das Bike43 seine größte Stärke aus. Das Rad lässt sich nicht nur im Detail anpassen, sondern im Konzept verändern. Der Gepäckträger kann verlängert werden, wenn die Kinder größer werden oder mehr Platz brauchen. Die kleine Box hinter dem Sitzrohr kann für Kleinigkeiten genutzt werden und mit 80kg Belastungskapazität bietet der Gepäckträger genug Möglichkeiten fürs mitnehmen auch schwererer Lasten.
Ebenfalls spannend ist der Wechsel von Mid zu Short (oder anders herum). Der Radstand verändert sich dabei um 13 Zentimeter, und aus dem Longtail wird ein Compact Bike mit 1,73 Metern Gesamtlänge. Trotzdem bietet die kurze Version weiter Platz für zwei Kinder. Genau dieser Wandel – vom familienfokussierten Longtail zum kompakten Alltagsrad – ist die eigentliche Besonderheit des Bike43. Es passt sich eher dem Leben an als umgekehrt.
Das zulässige Gesamtgewicht von 200 respektive 175kg ist eher Standard und die Zuladung wird durch das recht hohe Eigengewicht etwas eingeschränkt. Der große Frontgepäckträger mit hohem Rahmen darf dafür mit 20kg belastet werden.

Kindersitze/ Bank: 4/5
Die Sitzlösung hinten ist durchdacht, aber nicht frei von Einschränkungen. Auf dem langen Heck sitzt eine Holz-Basis mit segmentierten Sitzpolstern, die gemütlich sind und leicht abzutrocknen. Für Kinder ist das grundsätzlich attraktiv, gerade in Kombination mit den Trittbrettern. Allerdings zeigt sich in der Praxis: Für drei Kinder hintereinander sind die Trittbretter zu kurz. Das wird über die zentrale Box gelöst, in die das kleinste Kind die Beine stellen kann. So bleibt die Gesamtlänge kompakt, ohne die Transportkapazität komplett zu opfern. Der zu öffnende Sicherheitsbügel ist ein tolles Feature, denn der ist sehr stabil, einfach in der Bedienung und ermöglicht es den Kindern, selbstständig aufzusteigen, ohne klettern zu müssen.

In der Short-Version wird es besonders interessant, weil dort ebenfalls eine Sitzbank montiert werden kann. In hinterer Position passen sogar ebenfalls zwei kleinere Kinder darauf. Gleichzeitig ist zum Testzeitpunkt noch nicht alles komplett ausentwickelt: Für die volle Alltagstauglichkeit fehlen noch Zubehörteile, und zwei Kinder lassen sich auf dem Short am besten in Kindersitzen transportieren. Das ist stark gedacht, aber noch nicht in jedem Detail fertig.

Zubehör: 4/5
Beim Zubehör zeigt Bike43, dass sie nicht nur modulare Theorie können, sondern auch den Familienalltag im Blick haben. Großer Gepäckträger vorne, für hinten gibt es große Packtaschen, Trennnetz für die Kunststoff-Box und ein großes Regenverdeck. Im Alltag bedeutet das: Schulranzen, Eurobox, Einkäufe, Taschen oder Kinder lassen sich mit wenigen Handgriffen passend unterbringen. 

Ganz perfekt ist das System aber nicht. Der Frontkorb ist für kleine lose Gegenstände zu offen, da empfiehlt sich eine geschlossene Box oder zusätzliche Sicherung. Und beim Short fehlten im Test noch Zubehörteile wie passende Pegs und Haltegriffe, um das volle Potenzial der kurzen Sitzbank auszuspielen.

Parken und Rangieren: 4/5
Im Alltag entscheidet oft der Ständer darüber, ob ein Lastenrad nervt oder nicht. Und hier sammelt das Bike43 viele Pluspunkte. Das Rad steht sicher, lässt sich auch beladen gut aufbocken und bleibt dabei beherrschbar. Gerade bei einem Familienrad ist das Gold wert.

Kleine Kritik gibt es trotzdem: Wenn der Ständer hochgeklappt ist und die Fußleisten montiert sind, ist nicht ganz eindeutig, wie man ihn am besten wieder bedient. Das ist kein gravierender Mangel, aber eben so ein typisches Detail, das im Alltag auffällt. Beim Rangieren hilft wiederum der vergleichsweise kurze Radstand, vor allem in der kurzen Version. Dort wird das Bike43 noch einmal spürbar handlicher.
Durch das hohe Eigengewicht muss etwas mehr Kraft beim Rangieren aufgewandt werden. Das Anschließen gelingt am Besten, indem ein Speichenschloss montiert wird, denn es gibt nur wenige Rahmenöffnungen, bei denen sich ein Schloss durchziehen lässt.

Sicherheit: 4/5
Beim Thema Sicherheit punktet das Bike43 an mehreren Stellen gleichzeitig. Die Fahrstabilität ist hoch, der Lenkungsdämpfer beruhigt die Front, und die Vierkolbenbremsen mit großer vorderer Bremsscheibe liefern im Test und Alltag einen guten Wert für ein Longtail. Dazu kommt das sichere Gefühl in Kurven und bei Beladung. Das alles ergibt ein Rad, das nicht hektisch reagiert, sondern Vertrauen aufbaut. Die Beleuchtung bietet ein Bremslicht und die Rückleuchte ist hell und so montiert, dass sie auch von der Seite gut sichtbar ist. Der Scheinwerfer ist hell, hat aber ein eher schmales und stufiges Leuchtbild.

Besonders gelungen ist der hochklappbare hintere Bügel. Kinder können dadurch deutlich leichter und sicherer selbst aufsteigen, ohne herumzuklettern. Ist alles verriegelt, wirkt das System stabil und alltagstauglich. Unterm Strich hinterlässt das Bike43 einen sehr sicheren Gesamteindruck.

Gesamtscore: 41/50

Fazit:

Das Bike43 Mid ist kein Longtail von der Stange. Es fährt sich sicher, ordentlich komfortabel und erstaunlich lebendig, trägt viel, denkt modular und hat mit dem Umbau zur Short-Version ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Nicht alles ist perfekt: Die Nexus 5E ist am Berg eher Stadt- als Alpenmaterial, einige Details im Zubehör wirkten zum Testzeitpunkt noch nicht ganz fertig, und günstig ist das Rad auch nicht. Aber die Grundidee ist richtig stark. Wer ein Lastenrad sucht, das nicht nur einen Lebensabschnitt abdeckt, sondern mehrere, sollte sich das Bike43 sehr genau anschauen. 

*Bike43 hat uns das Rad ausgeliehen und das Video finanziell unterstützt. Auf unsere Meinungsäußerung, die Gestaltung der Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Wir sind herstellerneutral.

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