Black Iron Horse Pony Test – Dreirad mit außergewöhnlichem Design


Ich hatte das Black Iron Horse Pony für einen Test bei mir und konnte es 4 Wochen im Alltag bewegen. In dieser Übersicht findest du die Zusammenfassung meiner Eindrücke.


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 gehts zur Score-Übersicht.

Und hier zu der Erklärung der Bewertung.

Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 5/10
Das Black Iron Horse Pony fährt sich außergewöhnlich. Durch die starre Dreiradkonstruktion muss man sich weit in Kurven lehnen, um immer sicherzustellen, dass alle drei Räder auf dem Boden sind, ansonsten verliert das Rad durch das Differential den Vortrieb. Das ist nicht allen Fahrer*innen möglich. Die Hinterradlenkung verliert nach wenigen hundert Metern seinen Schrecken, da das Rad gutmütig abgestimmt ist und man sich schnell an die besondere Lenkung gewöhnt. Der Motor arbeitet kräftig und leise, insgesamt unauffällig. Die Nexus 5E Automatikschaltung arbeitet größtenteils zuverlässig, hat aber ein Problem mit dem Runterschalten an Steigungen. Hohe Stabilität bei langsamer Fahrt und im Stand.

Innovation/Design: 9/10
Black Iron Horse hat das Prinzip des hinten gelenkten Lastenrads erfunden und perfektioniert. Das Pony sieht mit der Box aus recyceltem Kunststoff und den keilförmigen Linien modern aus und ist definitiv ein Hingucker. Die Abmessungen sind dabei angenehm kompakt und der verfügbare Platz ist gut genutzt. Auch die Position der Batterie ist sinnvoll gewählt.

Ausstattung: 5/10
Die Ausstattung zeigt Licht und Schatten. Der Motor und die Schaltung sind sehr hochwertig, die Schwalbe Reifen sind komfortabel und haben einen guten Pannenschutz. Der Sattel ist ebenfalls sehr bequem. Was den Gesamteindruck trübt sind die schlechten Scheinwerfer, die billigen Griffe und die Tektro Bremse, die etwas mehr Power haben könnte.

Preis: 4/10
Das Pony ist mit über 6000€ in der getesteten Version für die Ausstattung recht teuer. Wenn man aber die nachhaltige, lokale Produktion berücksichtigt und die Box, die in der Herstellung teuer ist, lässt sich der Preis erklären. Im Umfeld der Konkurrenz mit Drehschemellenkung siedelt sich das Pony im oberen Spektrum an.

Qualität: 7/10
Die Verarbeitung des Rahmens ist stabil und sollte sehr lange Freude bieten, jedoch sehen die Schweißnähte sehr nach Handarbeit aus und könnten etwas schöner verarbeitet sein. Die Pulverbeschichtung des Rahmens ist widerstandsfähig und Spuren lassen sich in der Regel einfach wegwischen. Die Anbauteile sind einfach und zweckmäßig, die zugelassene Beladung von 100kg in der Box und 130kg auf dem Sattel sind großzügig.

Familienbike Kategorie 

Variabilität: 5/10
Das Pony gibt es in zweierlei Ausführung, entweder mit der Sitzbank oder einer flachen Ladefläche. Die Sitzbank ist mit Schrauben demontierbar, die Box ist in der Kinderversion zerklüftet. Weitere Transportmöglichkeiten gibt es nicht, es lässt sich weder ein Gepäckträger, noch ein Anhänger mit Befestigung an der Achse montieren. Große Ladungen lassen sich nicht vernünftig verzurren.

Sitze/Bank: 6/10
Die Bank und Sitzmöglichkeiten sind grundsätzlich sehr geräumig. Die Bank ist breit aber ungepolstert. Ebenfalls ist die Rückenlehne niedrig, sodass die Gurte zu leicht die Schultern des Kindes herunter rutschen. Die Kinder sitzen recht hoch in der Box und haben eine gute Übersicht. Der Einstieg gelingt ebenfalls einfach, auch dank der Trittstufe. Der dritte Sitz hinter der Vorderwand ist eine geniale Idee, um ein drittes Kind mitzunehmen.

Zubehör: 7/10
Die Auswahl des Zubehörs ist klein aber durchdacht. Das Regenverdeck mit der zusätzlichen Netztasche ist super, weil man es leicht montieren und demontieren kann und die Kinder wirklich gut vor Regen und Wind geschützt sind. Der dritte Sitz, die Sitzpolster, Kettenschutz und der Babysitz ergänzen das Angebot. Ein Gepäckträger oder eine Maxi-Cosi Halterung fehlen aber im Programm.

Parken und Rangieren: 9/10
Beim Rangieren spielt das Black Iron Horse Pony seine Konstruktion voll aus. Der Wendekreis ist winzig und das Rad lässt sich punktgenau auch durch enge Gassen zirkeln. Wenn man das Rad doch einmal umdrehen muss, ist das ebenfalls kein Problem, da es hinten sehr leicht ist. Einfach hinten anheben und umdrehen. Zum Anketten gibt es ein Rahmenschloss an der hinteren Gabel, an das man auch eine Einsteckkette anstecken kann. Mit einem weiteren Schloss kann man das Pony am Sattelrohr anschließen. Beim rückwärts Fahren muss man die umgedrehte Lenkung beachten. Der Schiebemodus ist kräftig und reicht auch aus, um das beladenen Rad Rampen hoch zu schieben.

Sicherheit: 5/10
Mit ein bisschen Eingewöhnung lässt sich das Rad sicher auch mit höheren Geschwindigkeiten durch den Alltag bewegen. Es ist einfacher zu handlen und unter Kontrolle zu behalten als ein Rad mit Drehschemellenkung, da man eine natürliche Lenkbewegung macht. Die Bremsen sind ausreichend, aber nicht besonders kräftig. Die Beleuchtung sollte definitiv verbessert werden, bzw man muss auch auf eine korrekte Einstellung achten, da die Scheinwerfer sehr niedrig liegen. Wenn das Rad kippt, sind die Kinder nicht gut geschützt, da sie sehr hoch sitzen und eine niedrige Schulterlinie haben.

Gesamtscore: 62/100

Fazit:

Die Entscheidung für ein Dreirad ohne Neigungstechnologie trifft man, wenn man den Komfort haben will, dass das Rad immer stehen bleibt, man eine möglichst große Box benötigt und keine besonderen Ansprüche an die Fahrdynamik stellt.

Das Pony ist eines der kleineren Dreiräder und nutzt den Platz gut aus, die Hinterradlenkung macht das Rad außergewöhnlich und der Shimano Antrieb passt gut zum Rad, auch wenn die Nexus 5E nicht 100%ig überzeugen kann. Wenn man in einer Stadt mit guten Radwegen lebt, regelmäßig mit 3 Kindern unterwegs ist und die innovative Konstruktion schätzt, sollte man das Black Iron Horse Pony definitiv in Betracht ziehen. Es ist anderen starren Dreiradkonstruktionen deutlich überlegen. Nur der Preis könnte am Ende potentielle Interessenten abschrecken.

* Black Iron Horse hat mir das Rad zur Verfügung gestellt und bezahlt mich für die Erstellung des ersten Vorstellungsvideos. Auf meine Meinungsäußerung, die Gestaltung meiner Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Ich bin herstellerneutral.

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