Dahon E-Hemingway – günstiger G-Line Killer?

Feld, Wald und Wiese – das soll das Einsatzgebiet des neuen Dahon E-Hemingway sein. Was kann das Gravel-SUV-E-Faltrad? Und kann es gegen die deutlich teurere Konkurrenz bestehen?

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Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 4/5
Das Dahon E-Hemingway fährt überraschend gut. Der Rahmen hat eine hohe Steifigkeit und kann auch auf schlechten Wegen präzise bewegt werden. Der Motor hat einen kräftigen Antritt, hat dank des Drehmomentsensors eine gute Leistungsentfaltung und ist nur im Bereich der 25km/h etwas ungehobelt. Für stärkere Steigungen ist der Motor durchaus geeignet, hier scheitert es am ehesten an der recht geringen Bandbreite der billigen Shimano Tourney Schaltung. Auch die Bremsen haben zwar eine gute Verzögerung, benötigen aber etwas mehr Handkraft. Insgesamt fährt sich das E-Hemingway aber eher wie ein Compact-Bike, denn wie ein Faltrad. Der Geradeauslauf ist stoisch und die Stabilität sucht seinesgleichen.

Innovation/Design: 3/5
Dahon hält 200 Patente und beim E-Hemingway sind auch einige zur Anwendung gekommen. Die Rahmenkonstruktion wirkt aber nicht so raffiniert, wie das bei anderen Dahon Modellen der Fall ist. Filigran wirkt das E-Hemingway nicht, sondern die dicke Sattelstütze, die den Akku beherbergt und das dicke, oval geformte Oberrohr sorgen für einen eher rustikalen Auftritt. Das zahlt sich aber bei der hohen Gewichtsfreigabe aus, denn mit 105kg maximalem Fahrergewicht kann es die meisten anderen Falträder ausstechen.

Ausstattung: 2/5
Gute Details, wie der große Akku, die komfortablen Griffe und der bequeme Sattel stehen anderen Ausstattungsmerkmalen gegenüber, die den Gesamteindruck trüben. Die Pedale sind rutschig, das Rücklicht muss extra geladen werden und die Schaltung ist klapprig. Das größte Problem ist aber das Fehlen von Schutzblechen. Ein Muss, zumindest in Norddeutschland.

Preis: 5/5
Ein stabiles, elektrisches Faltrad für 1.700€ ist ein seltener Anblick und damit ist das E-Hemingway nur halb so teuer, wie das günstigste elektrische Brompton. Aber auch andere elektrische Falträder gibt es nur selten für diesen Preis.

Qualität & Wartung: 3/5
Die Rahmenqualität und auch die Beschichtung lässt keine Wünsche offen. Die Scharniere sind spielfrei und knarzen nicht, lediglich der höhenverstellbare Lenkerdom ist nicht formschlüssig. Wie die Schaltung und Kette brauchen auch die Bremsen regelmäßige Einstellung und Wartung, was bei hydraulischen Bremsen weniger oft der Fall wäre. Es gibt einige Händler in Deutschland, die auch die Wartung durchführen könnten, aber dank der vielen Standardteile ist es beim E-Hemingway auch kein Problem, zu einer anderen Werkstatt zu gehen, oder selbst die Wartung durchzuführen.

Spezial Kategorie 

Alltagstauglichkeit: 2/5
Durch die fehlenden Schutzbleche muss immer ein Blick aufs Wetter gerichtet werden, denn bei nasser Straße spritzen die Billy Bonkers Reifen sehr viel Wasser hoch. Ebenfalls fehlt im Lieferumfang ein Gepäckträger, wodurch man Gepäck am Körper tragen muss. Die vielen Anschraubpunkte laden aber zum fröhlichen Ergänzen ein. Faltmaß und -mechanismus sind absolut praxistauglich. Innerhalb von 30 Sekunden ist das Rad ein- oder ausgefaltet und passt dann in die meisten Nischen und in die kleinsten Kofferräume. Das Schieben des eingefalteten Rads gelingt leicht und auch wenn es mit 19KG kein Leichtgewicht ist, kann es dank der kompakten Bauweise kurze Strecken gut getragen werden. Nur beim außen liegenden Antrieb muss man etwas aufpassen.

Coolness-Faktor: 2/5
Machen wir uns nichts vor, das E-Hemingway ist zu unauffällig, um cool zu sein. Die Coolness kommt eher von drinnen…und von dem Gedanken, sehr viel mehr mit dem Rad machen zu können, als was es aussieht.

Zubehör: 1/5
Zum Testzeitpunkt ist das Zubehör von Dahon fürs E-Hemingway leider sehr eingeschränkt. Es gibt die Aufnahme für einen Frontgepäckträger, bei der aber das Licht umgebaut werden muss. Speziell angepasste Schutzbleche oder einen passenden Heckgepäckträger sucht man aktuell vergeblich. Ebenso fehlen Möglichkeiten zum Lagern des Fahrrads, wie eine passende Tasche. Hier ist noch einiges an Potential.

Parken und Rangieren: 5/5
Wie üblich einem Faltrad, gibt es beim E-Hemingway kaum etwas zu meckern. Das Rad steht dank des Ständers sowohl ausgeklappt, also auch dank der guten Konstruktion eingeklappt sicher. Für komplett festen Stand einfach das linke Pedal nicht wegklappen und den Kurbelarm auf die Höhe der Unterseite der Sattelstütze bringen. Dann steht es auch beim Überfahren von Weichen im Zug sicher. Durch die Gewichtsverteilung, die eher hinten liegt, lässt sich das Rad sehr leicht schieben und auch über Kantsteine hieven.

Sicherheit: 3/5
Dank der sehr guten Rahmengeometrie ist das E-Hemingway leicht zu kontrollieren, selbst auf rutschigen Untergründen. Die Bremsen beißen kräftig zu, benötigen aber etwas mehr Handkraft als hydraulische Bremsen. Bei der Beleuchtung ist das E-Hemingway ein Sonderfall. Der Scheinwerfer ist stadttauglich, gerät im Wald aber an seine Grenzen. Das Rücklicht ist hell und hat einen großen Reflektor. Allerdings wird es, anders als der Scheinwerfer, nicht vom Hauptakku gespeist. Somit muss man immer zusätzlich ein Gerät geladen halten.
Die Hebel des Faltmechanismus sind zweistufig zu bedienen, was ein versehentliches Öffnen verhindert und die Sicherheit erhöht.

Gesamtscore: 31/50

Fazit:

Ich hoffe sehr, dass noch eine Version des E-Hemingway kommt, in der die Praktikabilität verbessert wird, sowie Bremsen und Schaltung durch hochwertigere Komponenten getauscht werden. Denn die Basis ist wirklich gut. Ein stabiler, gut gemachter Rahmen, ein vollkommen praxistaugliches Faltmaß und viel Fahrspaß zeichnen das E-Hemingway jetzt schon aus. Und das zum halben Preis zur Konkurrenz aus England!

* Dahon hat uns das Rad zur Verfügung gestellt und unterstützt die Radelbande für die Erstellung des Videos. Auf unsere Meinungsäußerung, die Gestaltung des Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Wir sind herstellerneutral.

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