Die teilbare Libelle – Lastenrad Test

Wertung

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Ich habe die Libelle getestet, ein super leichtes, teilbares Lastenrad mit einer Carbon-Kevlar Monocoque Konstruktion. Das ist meine Bewertung:

Hier gehts zur Score-Übersicht.

Und hier zu der Erklärung der Bewertung.

Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 7/10
Das Libelle hat eine sportliche Sitzposition und lässt sich sehr einfach beschleunigen. Die Sitzposition sorgt dafür, dass man ausreichend Kraft auf die Pedale bringen kann und auch lange ermüdungsfrei fahren kann. Beim Lenken und Bremsen reagiert die Libelle anders als Lastenräder mit Metallrahmen, da beim Lenken eine gewisse Trägheit merkbar ist und beim starken Bremsen sich die ganze Box verwindet.

Innovation/Design: 10/10
Bei der Libelle wurde das Konzept „Long John“ von Grund auf neu gedacht und entwickelt. Die formschöne und aerodynamische Box aus Carbon-Kevlar, die Teilbarkeit und die Möglichkeit, das Vorderteil als Buggy zu verwenden sind Alleinstellungsmerkmale der Libelle.

Gewicht: 10/10
Die Libelle wiegt in der getesteten, selbt zusammengestellten Version lediglich ca. 23kg inklusive der Kindersitze. Die nicht teilbare Version bekommt man auf Fabelwerte von ca. 18kg. Das ist leichter als alle anderen Long Johns, mit denen sich Kinder transportieren lassen.

Preis: 7/10
Durch die hohe Komplexität und die hochwertigen Materialien ist das Libelle Lastenrad im oberen Preissegment der ununterstützten Lastenräder, aber ausstattungsbereinigt immer noch günstiger als zum Beispiel ein Bullitt.

Qualität: 8/10
Alle Rahmenteile machen einen hochwertigen Eindruck und sind passgenau gefertigt. Im Detail gibt es leichte Schwächen, die dem Manufaktur-Charakter geschuldet sind.

Familienbike Kategorie 

Variabilität: 6/10
Ja, das Rad lässt sich teilen und ist somit sehr variabel, allerdings ist die Box an sich sehr eingeschränkt nutzbar. Wenn Kinder drin sitzen passt kaum noch Gepäck vor die Beine und wenn keine Kinder drin sitzen schränkt die ovale Form die Nutzbarkeit ein. Auch die geringe Zuladung der Box könnte einigen nicht reichen.

Sitze/Bank: 10/10
Sitze aus einem etablierten Kinderanhänger zu nehmen ist eine gute Idee, denn die Kinder sitzen in einer entspannten, flachen Haltung und können den Kopf anlehnen. Die Sitze sind hängend gelagert, haben 5-Punkt-Gurte und die Box bietet ebenfalls noch einmal Federungskomfort.

Zubehör: 7/10
Für die Libelle gibt es eine kleine Auswahl an gutem Zubehör direkt von der Nutzrad-Studio GmbH. Dritthersteller haben keine Produkte für die Libelle im Portfolio.

Parken und Rangieren: 7/10
Durch das sehr geringe Gewicht der Libelle lässt sie sich ohne große Anstrengung rangieren und abstellen. Jedoch kann man dann nur das hintere Teil anschließen. Das vordere Teil ist schnell abbaubar, lässt sich aber nicht mit einem Schloss befestigen. Dadurch muss man das Teil immer mitnehmen oder das Rad bzw. das vordere Teil hinter verschlossenen Türen lagern.

Sicherheit: 6/10
Die Box bildet eine Schutzhülle um die Insassen, die durch die guten Sitze und Gurte auch bei einem Unfall in der Box geschützt sein sollten. Der Bremsweg ist länger als bei Rädern, die komplett mit hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet sind und die Verwindung der Box beim starken Bremsen kann zu brenzlichen Situationen führen.

Gesamtscore: 78/100

Fazit:

Die Libelle ist ein genial konzipiertes Fahrrad, das mit allen Traditionen von Long Johns bricht. Das Gewicht, die Teilbarkeit und die hervorragende Box sind klare Vorteile, die im Alltag den Unterschied zwischen Lust und Frust machen können. Es ist kein Alleskönner-Lastenrad, sondern hat der klaren Fokus auf Kindertransport, wer ein Heavy-Duty Cargobike sucht, wird mit der Libelle nicht glücklich. Interessenten sollten auf jeden Fall einmal Probe fahren, um zu sehen, ob der Punkt mit der Bremse für sie entscheident ist und ob die Größe und Zweck der Box ausreichen.

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2 Kommentare

  1. Hallo Tilman!

    Danke für den ausführlichen Test und die gute Aufbereitung. Ganz allgemein bin ich recht begeistert von deiner Website und den Lastenradtests, die du so machst. Super Sache!

    Ich hätte noch eine Frage zum Thema der Sicherheit: du sagst, dass sich die Kabine beim Bremsen „verwindet“. Kannst du das etwas genauer beschreiben? Ich kann mir darunter nicht wirklich was vorstellen.

    Zweite Frage: denkst du, dass aufgrund des geringen Gewichts es tatsächlich ein gangbarer Weg wäre die Libelle (auch als 2-in-1-Variante) ohne E-Motor anzuschaffen?

    Ich freue mich auf deine Antwort.

    Viele Grüße aus Österreich

    1. Bei dem Test war es so, dass beim Bremsen sich die Front leicht verdreht hat. Das Vorderrad stand unter der Bremslast leicht schief.

      Ob du bei einem Rad einen Motor brauchst oder nicht, kann ich nicht beantworten. Es ist aber mit der gezeigten Ausstattung tatsächlich nur unwesentlich schwerer als ein normales großes Herrenrad. Jedoch mit größerer Kapazität. Daher kommt es auf die Topographie und die regelmäßige Beladung an.

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