Velo de Ville FR8 – neues Full Size Lastenrad

Velo de Ville ist besonders für ihre sehr breit konfigurierbaren Räder und E-Bikes bekannt. Und sie beschränken sich nicht auf einige wenige Komponenten, sondern durch die eigene Pulveranlage lassen sich dutzende verschiedene Farbtöne auswählen. Das FR8 steht seinen kleinen Geschwistern da in nichts nach. Aber wie schlägt sich das erste Lastenrad von Velo de Ville?

Wir konnten das Rad ein paar Wochen im Alltag bewegen. Deswegen kommt hier die Bewertung nach der Radelbande Bewertungsmatrix.

Hier gehts zur Score-Übersicht.

Und hier zu der Erklärung der Bewertung.

https://youtu.be/fsCFkKyiZD0

Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 3/5
Velo de Ville hat das FR8 als großes Family Long John entwickelt und diese Räder kommen immer mit einem verhältnismäßig hohen Gewicht. Das FR8 lässt sich zuverlässig bewegen, ist aber unter der Fahrt schwerfällig. Gerade für leichtere, kleinere Personen ist das etwas unangenehm. Der Motor hält das Rad in der Ebene gut auf Geschwindigkeit, wird aber schon bei leichten Steigungen voll ausgereizt. Die kurze Primärübersetzung sorgt dann wiederum dafür, dass auch stärkere Steigungen gut genommen werden können, wenn auch langsam. Kurven und Lastwechselsituationen nimmt das FR8 ohne Probleme hin und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, will aber mit kundiger Hand bewegt werden. Auf der anderen Seite der Medaille steht der sehr hohe Komfort, stoischer Geradeauslauf und die bequeme Sitzposition. Außerdem hat es eine der besten Bremsleistungen, die wir bisher mit Lastenrädern erlebt haben.

Innovation/Design: 3/5
Das große Long John lässt sich kaum noch neu erfinden und auch Velo de Ville nutzt eine vorhandene und gut funktionierende Rezeptur. Sie haben sich in verschiedenen Punkten an bestehenden Marktbegleitern orientiert und einen eigenen Twist gegeben. Herausgekommen ist ein stattlich aussehendes Bike, das zwar nicht an die „Eleganz“ eines Ca Go herankommt, aber auch nicht plump wirkt. Form follows Function war die Devise und die Box ist der deutlichste Nachweis dafür. Die ist sehr komplex und nicht nur optisch außerordentlich stabil gefertigt. Insgesamt ist die strukturelle Integrität des FR8 unerreicht. Die Positionierung der Akkus sorgt auch beim unbeladenen Bike für eine ausgeglichene Gewichtsverteilung, allerdings kommt man nur schwer an die Akkus heran, um sie zum Laden herauszunehmen.
Das Rad ist mit dem neusten Bosch-System ausgestattet und bietet somit viele Konnektivitätsoptionen. Auch der GPS-Tracker, der mit der Velomate App steuerbar ist, lässt einen nachts gut schlafen.

Ausstattung: 4/5
Die Ausstattung hängt im wesentlichen von der gewählten Konfiguration ab, aber Velo de Ville hat mehrere Möglichkeiten, das Rad an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Der starke Motor, die gute Bremse und die Enviolo sind gesetzt, Riemen ist optional und auch die Auswahl des passenden Displays überlässt Velo de Ville den Endkund:innen. Der 500Wh Akku in der Basisausstattung ist für so ein Rad deutlich zu klein, 750Wh haben uns aber gut 40km weit gebracht pro Akkuladung. Fernlicht und Bremslicht lassen sich leider nicht konfigurieren, was in dem Preisbereich eigentlich gesetzt sein sollte. Highlights sind die tollen Griffe, Pedale und der sehr bequeme Sattel, sowie die (optionale) gefederte Sattelstütze von By.Schulz.

Preis: 3/5
Fahrräder in diesem Segment sind nicht günstig. Auch das FR8 startet als nackter Hirsch bei knapp 6.500€. Das ist im Anbetracht der Ausstattung und im Vergleich zu den Mitbewerbern aber eine ganze Ecke günstiger. Und auch wenn es mit voller Familien-Ausstatung bestückt wird, bleibt es einige hundert Euro günstiger als Ca Go, Packster und Cluuv und wenn man bereit ist, ein paar Kompromisse bei der Ausstattung einzugehen, bleibt das Rad deutlich unter 8.000€ mit voller Kinderausstattung. Das ist angemessen, wenn auch nach wie vor teurer als ein voll ausgestattetes Urban Arrow.

Qualität & Wartung: 5/5
Besonders mit der Ausstattung, die wir im Test hatten, ist das FR8 ein Set&Forget Bike. Alles ist auf Langlebigkeit und möglichst sorgenloses Fahren ausgelegt. Auch die Verarbeitungsqualität und klapper- sowie knarzfreie Fahrt hat uns gefallen. Dank der Elevated Chainstay ist der Ausbau des Hinterrads ein Kinderspiel und die Schwalbe Pickup Reifen versprechen hohe Laufleistungen und Pannensicherheit. Auch die Bremse ist mit ihren dickeren Scheiben und Belägen wartungsarm. Velo de Ville hat außerdem ein recht dichtes Händlernetz für den Service. Kleinere Kritik gibt es am Akkufach, denn in dieses gelangt Sand und Dreck von der Straße.

Lastenrad Kategorie 

Variabilität: 4/5
Mit 250kg zulässigem Gesamtgewicht reizt das FR8 die Grenzen voll aus und dadurch kann es auch mit schweren Lasten gut umgehen. Dank der Option, eine flache Ladefläche zu verwenden ist auch der Transport von sperrigen Gegenständen kein Problem. Diese lassen sich dank der Haken-Lösungen auch leicht verzurren.
Ist die EPP Box montiert, lässt sie sich nicht schnell und einfach abnehmen und der verfügbare Platz schrumpft auf knappe 60x40cm Eurobox-Größe, kann aber innerhalb der Box etwa 50 hoch beladen werden. Die einfach klappbare Sitzbank ist eine super Sache für größere Einkäufe. Wenn Kinder darauf sitzen, ist vorne noch Platz für kleine Rucksäcke. Allerdings gibt es von Velo de Ville noch keine Trennmöglichkeit, sodass die Rucksäcke in der Box herumpurzeln. Wir haben sie an die Maxi-Cosi Halterung gehängt, was auch gut funktioniert hat. Kleinigkeiten, wie Trinkflaschen der Kinder, Schlösser etc. lassen sich super in den Netztaschen in der Box verstauen oder es lassen sich die unfassbar vielen Anschraubpunkte an und in der Box nutzen. Ein Gepäckträger ist zum Testzeitpunkt nicht verfügbar, aber dringend angeraten, um die Variabilität zu erhöhen.

Kindersitze/ Bank: 3/5
Die Kindersitzbank des FR8 hat eine schön hohe, gut gepolsterte Rückenlehne und die Kinder können durch die „Ohren“ an der Box auch gut seitlich anlehnen. Allerdings ist genau an dieser Stelle eine Metallblende mit herausstehenden Schrauben. Da wäre ein zusätzliches Polster sinnvoll. Die Bank ist mit 40cm verhältnismäßig schmal und die Kinder sitzen, gerade mit dicken Klamotten, ziemlich eingeengt. Dafür ist die Bank so hoch montiert, dass sie eine natürliche Sitzhaltung einnehmen können und die Beine nicht ausstrecken müssen. Dadurch haben sie nach vorne recht viel Platz.
Die Gurte haben einen weiten Verstellbereich, sind aber nur an drei Punkten verankert und sehr einfach geraten. Gurtpolster sucht man vergeblich, aber dafür rutschen sie nicht über die Schultern sondern bleiben an Ort und stelle. Kinder bis ca. 7 Jahre finden auf der Sitzbank gut Platz, werden aber nach oben hin schnell von dem Allwetterverdeck eingeschränkt, besonders mit Helm. Eine zweite Sitzbank gibt es nicht, aber dafür lassen sich im FR8 mit der Maxi-Cosi Halterung Babys mitnehmen.

Zubehör: 3/5
Das FR8 hat durch die vielen Anschraubpunkte an und in der Box sehr viel Potential für eine ganze Reihe spezifischen Zubehörs. Aktuell ist die Auswahl auf wesentliche beschränkt und bietet fast alles, was für den Alltag benötigt wird. Diese Teile lassen sich im Konfigurator direkt auswählen. Der bereits erwähne Gepäckträger und die Laderaumtrennung fehlen noch und ein etwas einfacheres Verdeck wäre für Viele auch eine gute Option. Das Allwetterverdeck ist äußerst vielseitig und einfach in der Bedienung, bei flach stehender Sonne können die „Dachfenster“ aber stark die Person auf dem Sattel blenden.

Parken und Rangieren: 4/5
Durch die Full Size Maße braucht das FR8 in der Garage deutlich mehr Platz als normale Fahrräder, ist aber auf einer Stufe mit den anderen Räder dieses Segments. Die Lenkung hat nicht den gleichen Lenkeinschlag, wie es mit einer Seilzuglenkung möglich wäre und macht so Rangiermanöver etwas aufwändiger. Das hohe Gewicht des Fahrrads tut da auch seinen Teil, auch wenn es recht leicht aufrecht zu halten ist, die Schiebehilfe ist aber dennoch häufiger notwendig. Der Ständer ist einer der besten, die es in dem Bereich gibt. Auch bei schwer beladenem Rad ist er leicht in der Bedienung, hat einen sicheren Stand und er lässt sich im Anfahren einklappen.
Ebenso gut sind die Optionen beim Anschließen, denn das hintere Rahmenteil bietet einige mögliche Öffnungen, um ein Schloss durchzuziehen und das Speichenschloss mit optionaler Einsteckkette vereinfacht es ebenfalls. Vorne ist es allerdings nicht möglich. Schade ist, dass Schloss und Akkufach nicht den gleichen Schlüssel nutzen.

Sicherheit: 4/5
Die Fahrsicherheit des FR8 ist groß. Die aufrechte Sitzposition ermöglicht einen guten Überblick, alle Bedienelemente sind in Griffweite, das Rad ist entspannt abgestimmt und die Bremsen über jeden Zweifel erhaben. Die große Breite im vorderen Bereich macht das Rad bei Engstellen etwas unübersichtlich. Die Beleuchtung ist gut. Besonders der hochwertigere Scheinwerfer hat ein breites Leuchtbild, ist schön hell und von der Seite sichtbar, bietet aber kein Fernlicht. Hinten leuchtet es ebenfalls hell, aber es muss ohne Bremslicht auskommen. Beim Rad sind alle notwendigen Reflektoren verbaut, wenn das Regenverdeck montiert ist, hat dieses allerdings viele reflektierende Paspelierungen und ist sehr gut erkennbar. Die Box an sich hat aber keine weiteren reflektierenden Elemente. Die Sicherheit für die Kinder hat sehr viel Licht, aber auch ein bisschen Schatten. Die Box hat eine sehr hohe Stabilität und ist sehr hoch gezogen, allerdings sind die Gurte verbesserungswürdig.

Gesamtscore: 43/50

Fazit:

Das FR8 ist ein spannendes Produkt, da es der Lastenrad-Erstling eines etablierten Fahrradherstellers ist. Und Velo de Ville hat sich hier an ein ziemlich großes Projekt gewagt. Der Markt der Premium Long Johns ist nicht besonders groß und es tummeln sich dort schon einige Mitbewerber. Die Farbauswahl, Konfigurationsmöglichkeiten und etwas zugänglicherer Preis sind Pluspunkte bei dem Rad und ich habe auch noch keine so stabil gestaltete Box gesehen. Allerdings geht dies auch zulasten (!) des Gewichts. Wenn Velo de Ville das Rad noch auf Diät setzen kann, haben sie hier einen echten Gewinner!

*Velo de Ville hat mir das Rad zur Verfügung gestellt und das Video unterstützt. Auf unsere Meinungsäußerung, die Gestaltung der Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Wir sind herstellerneutral.

Yoonit Pro im Test – das ultra-kompakte Lastenrad für echte Profis?

Yoonit, das junge, hippe Unternehmen mit dem Flamingo-Schwimmring auf der Website macht jetzt ernst. Das Yoonit Pro hat nichts Verspieltes, sondern ist durchoptimiert für Profis und solche, die es werden wollen. Wie es sich im Test schlägt, könnt ihr hier lesen.

Alternativen (alle größer):
Omnium E-Mini-Max – Klassiker aus Dänemark
Hase Gravit City E – Newcomer auf Tandem-Basis
Muli Motor – kompaktes Long John

Hier gehts zur Score-Übersicht.

Und hier zu der Erklärung der Bewertung.

Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 4/5
Die Besonderheit eines so kompakten und leichten Lastenrads ist die Fahrbarkeit, die sich sehr vertraut anfühlt. Im Vergleich zu einem großen Long-John oder Dreirad gibt es praktisch keine Eingewöhnungszeit. Und dementsprechend flott geht das Yoonit Pro auch um die Ecken, vermittelt aber dank des gut abgestimmten Lenkungsdämpfers eine hohe Stabilität, sodass sich das Rad auch mit schwerer Beladung nicht aufschaukelt. Wichtig für Komfort und Fahrbarkeit ist jedoch ein angepasster Luftdruck, je nach Beladung. Da sowohl Last, als auch Person auf dem Sattel jeweils direkt über den Rädern sind, werden Schläge recht deutlich durchgetragen. Dort verhält sich das Yoonit wie ein sehr steifes reguläres Fahrrad, das aber durch die kleinen Räder nicht so einfach höhere Kantsteine nehmen kann. Wobei dort das kleine 16″ Vorderrad kaum Probleme macht. Nur bei wirklich hohen Kantsteinen oder tiefen Schlaglöchern sind die Nachteile bemerkbar, ansonsten rollt und lenkt es klasse. Die Übersetzung ist so eingestellt, dass auch steilere Anstiege dank des starken Motors entspannt genommen werden können und bei 25km/h die Wahl zwischen einer entspannten und einer eher sportlichen Trittfrequenz besteht. Für Extremsituationen bietet die Nexus 5E allerdings keine Reserven. Die Beschleunigung auf 25km/h ist im Flachen sehr schnell erledigt und der Motor harmoniert insgesamt gut mit der Schaltung, allerdings ist bei dem Cut-Off-Punkt des Motors ein deutliches An-Aus-Ruckeln spürbar. Das bekommen andere Motorenhersteller besser hin. Die Bremsen vermitteln viel Vertrauen und lassen sich leicht bedienen.

Innovation/Design: 3/5
Das Yoonit orientiert sich in dem Gesamtkonzept am Filibus Design und es sind Anleihen anderer Bikes aus dem Compact-Cargo Bereich erkennbar. Die äußerst kompakten Abmaße sind aber ohne Konkurrenz. Durch die „Pro“ Ausstattung bekommt das Yoonit noch eine gehörige Portion Mad-Max-Optik spendiert, was das sehr kompakte Lastenrad deutlich als Arbeitspferd kennzeichnet. Yoonit nehmen das Thema „Professioneller Einsatz“ sehr ernst und haben dem Rad viele sinnvolle Lösungen spendiert, die die unterschiedlichsten Bedürfnisse befriedigen sollten und heben sich auch durch diese klare Ausrichtung von den Mitbewerbern ab. In Sachen Innovation greifen sie jedoch auf Hausmannskost von Shimano zurück. Hier gibt es Möglichkeiten zur Anpassung der Motorsteuerung, aber das verhältnismäßig geschlossene System macht es dem Fuhrparkmanagement nicht leicht.

Ausstattung: 3/5
Die getesteten Yoonit Pro kamen mit einer sinnvoll gewählten Ausstattung. Der Sattel ist bequem, jedoch passt er nicht zu der verhältnismäßig aufrechten Sitzposition. Griffige Plattformpedale sorgen für einen guten Tritt und die Griffe sind unauffällig. Der höhenverstellbare Vorbau wurde für eine höhere Stabilität weggelassen und auch eine Federsattelstütze müsste zusätzlich erworben werden. Riemen, EP8 und Magura Bremsen sind Ausstattungs-Highlights. Der 630Wh große Akku hat in meinem Worst-Case Test (Stop&Go mit Beladung, Boost Modus) für eine Reichweite von gut 35km gesorgt, was für den Kurier-Einsatz zu wenig sein dürfte, um mit einer Akkuladung den Tag zu bestreiten. Hier ist also ein zweiter Akku oder eine kleinere Unterstützungsstufe angeraten. Ich muss aber dazu sagen, dass der Test-Akku erst zwei Ladezyklen hatte. Der Scheinwerfer ist kräftig, aber kommt ohne Fernlicht aus und auch die Rückleuchte bietet kein Bremslicht.

Preis: 3/5
Bei einem Produkt, das sich klar an eine Geschäftlich handelnde Zielgruppe richtet, ist die Einschätzung des Preises nicht vergleichbar mit der privat agierender Personen. Andere Lastenräder, die explizit für den Gewerbeeinsatz gedacht sind, sind in der Regel deutlich teurer, haben dann aber auch größere Ladekapazitäten. Yoonit spielt hier den Vorteil der Nutzung von Standardteilen und hoher Rahmenstückzahlen aus und kann dadurch günstiger anbieten. Wird die Kombination aus Yoonit und Carla Cargo betrachtet, kommt es auf den Preis für ein Schwerlastenrad hinaus. Für den Preis bietet Yoonit eine hohe Variabilität und Ladekapazität an, andere Lastenräder, die sich neben einer privaten Nutzung auch gewerblich nutzen lassen sind aber teils deutlich günstiger bei ähnlicher Leistung.

Qualität & Wartung: 4/5
Beim Yoonit Pro lässt die Verarbeitung und die Qualitätsanmutung nichts zu wünschen übrig. Alle Teile sitzen klapper- und knarzfrei und die Anbauten sind stabil ausgeführt und widerstandsfähig beschichtet. Der Riemen verspricht einen geringen Wartungsaufwand, könnte bei Defekt jedoch zu einer längeren Standzeit führen. Auch alle anderen Teile sind so gewählt, dass möglichst wenig Wartungsaufwand vorhanden ist und Defekten vorgebeugt wird beziehungsweise diese schnell behoben werden können. Für eine Wartung oder Reparatur gibt es viele Yoonit Händler und durch die Wahl der Komponenten und die geringe Größe sind auch Werkstätten in der Lage, die Yoonit Pro Bikes zu warten, die sich nicht auf Lastenräder spezialisiert haben.

Lastenrad Kategorie 

Variabilität: 4/5
Auf knapp über 1,77m Länge lässt sich doch kaum etwas transportieren? Denkste! Der große Euro Carrier nimmt fast die Halbe Länge des Bikes ein. Durch schlaues Packaging nutzt Yoonit die Gesamtlänge fast perfekt aus. Nur der Bereich unter der Ladefläche zwischen Vorderrad und Cockpit ist ungenutzt. Besonders durch die Kombination mit einem Anhänger gibt es viele Transportmöglichkeiten. Allerdings sind gerade für den Transport von Waren die Grenzen der geschlossenen Box vom Bike an sich schnell erreicht. Es ist zwar nicht vorgesehen die Ladeflächen zu tauschen, aber selbst das wäre in einer überschaubaren Zeit möglich, um zum Beispiel von einer geschlossenen Box auf eine Flache Ladefläche zu wechseln. Das Pro Rack bietet dann auch noch Möglichkeiten für eine Erhöhung der Variabilität. Auch die vielen Verzurrösen machen den Transport verschiedenster Dinge einfach. Nur das geringe Gesamtgewicht von 190kg könnte für einige Einsatzzwecke, besonders bei schweren Personen auf dem Sattel, zu wenig sein.

Kindersitze/ Bank: n/a
Das Yoonit Pro ist ein reiner Lastentransporter.

Zubehör: 4/5
Die Konfigurationsmöglichkeiten bei den Yoonit Pro Bikes sind umfassend und es kommen im Laufe der Zeit noch weitere Möglichkeiten dazu, das Bike auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Taschen oder Netze für den schnellen Zugriff vom Cockpit und Möglichkeiten, den Platz unter der Ladefläche zu nutzen würden das Bild noch abrunden.

Parken und Rangieren: 4/5
Durch die geringe Größe und Gewicht sind die Yoonit Pro Bikes selbst mit Beladung einfach im Handling. Mit dem neuen Ständer lassen sie sich leicht aufstellen und vom Ständer nehmen und das Navigieren in kleine Lücken gelingt ohne Probleme. Es muss aber dennoch ein bisschen aufgepasst werden, wenn das beladene Rad sich zur Seite neigt. Durch den, im Vergleich zum Long-John, hohen Schwerpunkt ist es dann nicht leicht, aufrecht zu halten. Das Anschließen gelingt durch diverse zugängliche Rahmenteile ebenfalls gut, ein Speichenschloss gibt es aber nut in Verbindung mit dem Pro Rack.

Sicherheit: 4/5
Beim Fahren gibt sich das Yoonit neutral und sicher und neigt durch den effektiven Lenkungsdämpfer nicht zum flattern. Die Magura Bremsen haben eine gute Bremskraft, die durch den kurzen Radstand aber nicht ganz so effektiv auf die Straße gebracht werden kann, wie bei einem längeren Rad. Modulation und Zuverlässigkeit sind aber top!
Die Beleuchtung ist grundsätzlich gut, der Scheinwerfer hat ein angenehmes Leuchtbild und die Rückleuchte ist hell, aber auf Fernlicht und Bremslicht muss das Yoonit Pro verzichten. Bei den Reflektoren bietet es alles, was vom Gesetzgeber gefordert wird, die Auslegung böte aber noch Potential.
Das Transportgut lässt sich dank verschiedener Ösen leicht und flexibel sichern.

Gesamtscore: 33/45**

Fazit:

Wenn ein Fahrrad professionelle Transportaufgaben erledigen soll, denken viele zuerst entweder an schwere, große Lastenräder oder tollkühne Radkurier:innen auf leichten Fixed-Gear-Bikes. Das Yoonit ist genau dazwischen. Leicht und klein genug, um in engen Räumen zu agieren und dennoch mit großer Kapazität ausgestattet, um auch schwerere, sperrigere Gegenstände zu transportieren. Allerdings kommt es natürlich auch schnell an eine Grenze, ab der ein Anhänger oder ein größeres Rad genutzt werden muss. Wenn das Volumen und Gewicht des Transportgutes nicht starken Schwankungen unterliegt oder ein fähiges Transportrad gesucht wird, das auch den Alltag gut bestreiten kann, dann ist das Yoonit Pro definitiv einen Blick wert.

* Yoonit hat Matthias und mir das Rad zur Verfügung gestellt und das Video unterstützt. Auf unsere Meinungsäußerung, die Gestaltung der Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Wir sind herstellerneutral.

** Durch den Fokus auf

Mäx & Mäleon Passenger – großes Dreirad für Alle!

Lastenräder oder Familybikes richten sich zumeist an Familien mit kleinen Kindern. Das Problem ist: Kinder wachsen. Und mit einem Lastenrad können andere Erwachsene zumeist nicht bequem mitgenommen werden, geschweige denn in der Mobilität eingeschränkte Personen…die Familie, die hinter Mäx & Mäleon steckt, hat drei Schritte weiter gedacht!

Wir konnten das Rad ein paar Wochen im Alltag bewegen und einiges erleben. Deswegen kommt hier die Bewertung nach der Radelbande Bewertungsmatrix.

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Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 5/5
Ein Dreirad so abzustimmen, dass es die Fahrweise eines Long John imitiert, ist bereits anderen Herstellern gelungen. Zu diesem Punkt dann noch einen guten Komfort hinzuzufügen, ist die Königsdisziplin. Das Mäx & Mäleon ist ein großes und schweres Fahrrad, es kann aber diesen Aspekt gekonnt überspielen. Es lässt sich ohne viel Übung selbst mit großer Last einfach fahren, denn es ist um die Mittellage sehr gutmütig abgestimmt und auch im Grenzbereich gut beherrschbar. Kopsteinpflaster, Kantsteine und Wurzelwerk können Bike, Passagier und Person auf dem Sattel nicht schrecken. Auch mit engen Kehren kommt das Bike gut zurecht, da es über einen großen Lenkeinschlag verfügt. Der Motor ist ein echtes Kraftpaket und beschleunigt auch das voll beladene Rad mühelos. Er tut dies allerdings unter deutlicher Geräuschkulisse und mit Nachlauf. Dieser Effekt macht auch die Schaltvorgänge etwas tricky, da der Antrieb zum Stillstand gekommen sein muss, bevor die Rohloff schaltet. Mit einem angepassten Schaltverhalten durch kurzes Zurücktreten ist dies aber auch zu vernachlässigen. Die Rohloff gibt sich ebenfalls keine Blöße und passt mit ihrer hohen Effizienz und der großen Bandbreite super zum Mäx & Mäleon. Die aufrechte Sitzposition ist nicht sportlich, passt aber gut zum Charakter des Bikes und es ist eine gute Übersicht gewährleistet, gerade auch für Neulinge. Insgesamt ist das Fahren mit dem Mäx & Mäleon ein hervorragendes Erlebnis!

Innovation/Design: 4/5
Große Dreiräder mit Neigetechnik sind noch verhältnismäßig selten auf dem Markt, beherrschen aber die Möglichkeit, große Lasten mit agiler Fahrweise zu transportieren, besser als andere Cargobike-Kategorien. Der Fokus auf weibliche Mobilität in der Gestaltung des Rads, sowie das klassisch anmutende Design sind einzigartig und gut gelungen. Das Fehlen der Möglichkeit, einen Riemen zu montieren und die etwas angestaubte Optik des Sigma EOX Systems sind allerdings Minuspunkte.

Ausstattung: 4/5
Das getestete Mäx & Mäleon hat alles, was das Herz begehrt. Die Kontaktpunkte mit Ergon Sattel, angenehmen Griffen und großen Pedalen sind angenehm, die Beleuchtung ist hochwertig und der kräftige Motor, sowie die Rohloff sind aus dem oberen Regal. Der Akku hat bei meinem Reichweitentest mit Kindern durch die Stadt für knapp 45km gereicht. Das I-Tüpfelchen wäre noch ein Riemen und Fernlicht.

Preis: 3/5
Mit knapp 8.500€ in der Basis-Passagierausstattung ist das Mäx&Mäleon ähnlich eingepreist, wie andere große Dreiräder, jedoch ist es natürlich teurer, als vergleichbare Long Johns. Wobei: was ist vergleichbar? Denn der Aufwand, der hier mit dem Fahrwerk, den zusätzlichen Teilen und der Produktion in Deutschland getrieben wird, ist natürlich entsprechend eingepreist. Für die getestete Version, die ich für den regelmäßigen Transport von Erwachsenen empfehlen würde, werden um und bei 10.000€ fällig, was schon in einen schmerzhaften Bereich geht. Insgesamt ein hoher, aber für das Produkt angemessener Preis.

Qualität & Wartung: 4/5
Die Verarbeitungsqualität aller Teile ist auf einem sehr hohen Level. Sowohl der Hauptrahmen, als auch die Holz- und Blechteile, sowie das komplette Fahrwerk ist sauber gefertigt und klapperfrei. Wartung fällt bei dem Rad durch die hochwertigen Lager kaum an. Nur die Kette muss regelmäßig geprüft und geölt werden, was durch den verbauten Schutz leider eher erschwert wird. Für einen so kleinen Hersteller haben sie schon recht viele Händler und Werkstätten, aber durch die vielen speziellen Teile am Rad muss Mäx & Mäleon wahrscheinlich ab und an direkt kontaktiert werden…oder eine KFZ-Werkstatt…auch die Rohloff-Schaltung braucht einen regelmäßigen Ölwechsel. Verarbeitung und Langlebigkeit sind top, das Rad braucht nur ein bisschen Pflege.

Lastenrad Kategorie 

Variabilität: 5/5
Das Mäx & Mäleon ist zwar in erster Linie als Personentransporter konzipiert worden, durch das recht offene Konzept kann aber auch fast alles andere transportiert werden. Der Gepäckträger an sich erweitert schon die Möglichkeiten, aber schon der Kofferraum ist groß genug, um Rucksäcke, Taschen und Jacken zu verstauen, wenn jemand auf der Bank sitzt. Sollte der Platz nicht belegt sein, kann das Passagierabteil auch kurzerhand zur Ladefläche umgebaut werden, die zwar keine Waschmaschine aufnehmen kann, aber dafür fast alles andere. Nur verzurrt werden sollten die Dinge, denn die Seitenwände sind recht niedrig.

Kindersitze/ Bank: 5/5
Kaum ein anderes Lastenrad ist im Transport von Menschen so variabel wie das Mäx & Mäleon. Die Bank ist für Erwachsene gemacht worden und durch die große Breite passten sogar (schmale) Erwachsene plus ein Kind drauf. Die Bank ist bequem gepolstert und die Rückenlehne vergleichbar hoch wie andere Lastenräder. Aber hier gibt es einen Unterschied: Denn wenn regelmäßig kleinere Kinder mitgenommen werden soll, gibt es noch eine kleine, niedrigere Sitzbank, die mit hohen Rückenlehnen auch den Kopf kleiner Kinder sehr gut stützt.

Zubehör: 5/5
Mäx & Mäleon bietet alles an, was für den Alltag notwendig ist. Für Schutz gegen Regen, Schnee und Wind gibt es entweder die Wetterdecke für die Mitnahme von Erwachsenen oder das Regenverdeck, um Kinder mitzunehmen. Bike-Parka und verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten runden das Bild ab. Durch die Grundkonstruktion werden auch Dinge wie Flaschenhalterösen obsolet, da direkt unter dem Lenker Einiges verstaut werden kann.

Parken und Rangieren: 4/5
Wenn man direkt vor dem Mäx&Mäleon steht, wirkt es beeindruckend groß, ist aber erstaunlich leicht zu schieben, rangieren und parken. Der große Lenkeinschlag vereinfacht das Einparken und durch die sperrbare Neigetechnik muss auch nicht die Balance gehalten werden. Die Parkbremse wirkt zwar archaisch, funktioniert aber sehr gut. Was das Rad nicht verhehlen kann, ist die Größe, denn es braucht gerade in der Breite einfach mehr Platz vor dem Supermarkt oder in der Garage. Speichenschloss und Einsteckkette lassen das Anschließen zum Kinderspiel werden, für zusätzliche Sicherheit gibt es jedoch auch viele Möglichkeiten, ein Schloss durch den Rahmen zu ziehen. Einen GPS-Tracker bietet Mäx & Mäleon ebenfalls an.

Sicherheit: 4/5
Die Fahrsicherheit des Mäx&Mäleon ist sehr hoch. Die neutrale Lenkung und Neigung, die gute Übersicht, sowie tollen Bremsen lassen es sicher fahren und im Alltag bewegen. Die Rohloff braucht beim Schalten etwas Umgewöhnung, aber das ist verkraftbar. Scheinwerfer und Rückleuchte sind hochwertig und eignen sich auch für unbeleuchtete Strecken gut. Das Regenverdeck ist mit Reflektierenden Details ausgestattet und das Rad bietet insgesamt alle notwendigen Reflektoren. Die Sicherheit für die Passagiere ist gut. Hüftgurt für Erwachsene, Dreipunktgurte für Kinder und für die ganz Kleinen eine eigene Sitzbank, damit ist das Mäx & Mäleon gut ausgestattet. Nur bei einem Unfall kann das Holz splittern, was nicht ganz optimal ist. Mitfahrende haben uns insgesamt ein hohes Sicherheitsgefühl bescheinigt.

Gesamtscore: 43/50

Fazit:

Das Mäx & Mäleon ist nicht perfekt, aber in der Summe der Eigenschaften nur schwer schlagbar. Die Kompromisse, die mit dem Dreirad-Prinzip eingegangen werden müssen, werden von den tollen Möglichkeiten mit dem Rad wieder wettgemacht. Bei einigen Punkten ist noch Potential, aber das hängt auch von den Komponentenherstellern ab. Das Mäx & Mäleon ist einzigartig und bietet Möglichkeiten, die kein anderes Lastenrad bietet.

* Mäx & Mäleon hat mir das Rad zur Verfügung gestellt und das Video unterstützt. Auf unsere Meinungsäußerung, die Gestaltung der Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Wir sind herstellerneutral.

Brompton P-Line Electric 12-fach im Test

Als ich 2021 ein Brompton für einen längeren Zeitraum testen konnte, hat mir das Rad gut gefallen. Das Level an Reife, die spannenden Lösungen und Konzentration aufs Wesentliche zeichnet Brompton schon sehr lange aus. Nun gibt es die P-Line also auch mit Motorunterstützung und einer neuen 12-Gang Schaltung.
Ich konnte das Rad ein paar Wochen im Alltag bewegen und konnte einiges erleben. Deswegen kommt hier die Bewertung nach der Radelbande Bewertungsmatrix.

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Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 4/5
Vroom Vroom! Das ist das erste, was beim Fahren mit dem Brompton Electric auffällt. Der Motor hat ein wahnsinnig gutes Ansprechverhalten und zieht das kleine Faltrad mit viel Druck aus dem Stand. Am Anfang ist es ungewohnt, dass er zieht und nicht von hinten drückt, aber mit diesem Effekt kann nach kurzer Eingewöhnung hervorragend gespielt werden. Durch den Drehmomentsensor kann die Motorsteuerung auch sehr feinfühlig auf veränderte Pedalbewegungen reagieren. Aber der Motor ist ja nur die halbe Miete. Die Rahmengeometrie ist über die Jahrzehnte so optimiert worden, dass das kleine Fahrrad ausgesprochen agil einlenkt, aber zu keinem Zeitpunkt wackelig wirkt. Die schmalen und kleinen Reifen rollen erstaunlich gut über Kanten, Kopfsteinpflaster und Schotter. Die Bremsen brauchen viel Handkraft für eine gute Bremsperformance, verzögern aber zuverlässig, wenn auch nicht so brachial wie Scheibenbremsen. Bei Nässe ist die Bremskraft deutlich reduziert.
Die Bandbreite der 12-fach Schaltung ist ausgesprochen groß und wird für die Meisten wahrscheinlich übertrieben sein. Das schlägt sich auch in der Bedienung nieder, denn man verhaspelt sich mit den zwei Schalthebeln auch nach einigen Kilometern noch regelmäßig. Auch ist die Gesamtübersetzung sehr lang ausgelegt, sodass in den Bergen lebende wahrscheinlich unten rum den ein oder anderen Gang vermissen werden.

Innovation/Design: 2/5
Das Brompton ist auf möglichst kleines Faltmaß optimiert, wofür einige Kompromisse eingegangen werden. Die Felgenbremsen, spezielle Einbaubreiten, außen liegende Züge und 40 Jahre alte Rahmenkonstruktion sprechen eine deutliche Sprache. Allerdings macht das auch den Charme des Brompton aus. Es unterwirft sich nicht irgendwelchen Trends. Allerdings führt das auch dazu, dass die Kabelverlegung, gerade mit dem Motor, ziemlich wild wirkt. Hier wäre es möglich, Kabel durch den Rahmen zu ziehen oder sie anderweitig zu verstecken. Der vorne aufgesteckte Akku in der Tasche verstärkt dieses pragmatische Gesamtbild und hat auch Auswirkungen auf die Alltagstauglichkeit. Die Rahmengestaltung, um verschieden große Menschen platz nehmen zu lassen, ist klasse.
Bluetooth Verbindung und App konnte ich nicht testen, da dafür eine Anmeldung notwendig ist. Hier wäre eine einfache Verbindung ohne Online Anmeldung wünschenswert. Das Brompton Electric funktioniert auch ohne die Verbindung in vollem Umfang.

Ausstattung: 4/5
Das getestete Brompton (P-Line Electric, 12-fach, Roller Frame) hat eine komplette, sinnvolle Ausstattung. Die edlen Titan-Teile, Leichtbau-Reifen und -Schläuche, sowie viele andere Kleinteile sorgen für ein insgesamt sehr hochwertiges Bild. Die Beleuchtung kann allerdings nicht mithalten. Der kleine 300Wh Akku unterstützt in meinem Worst-Case-Test knapp 43km, was für die allermeisten Zwecke mehr als ausreichen sollte. Der Motor braucht im Alltag allerdings selten die dritte Stufe, um gut zu unterstützen.

Preis: 2/5
Auch wenn der Preis für die hochwertige Ausstattung, die Fertigung in UK, die vielen selbst entwickelten Komponenten und Langhaltbarkeit des Brompton okay ist, sind 4.500€ für ein Falt-E-Bike teuer. Es gibt viele deutlich günstigere Alternativen, die dann aber weder bei Faltmaß noch bei Gewicht mithalten können. Die größte Konkurrenz des P-Line ist das C-Line, das ein knappes Kilo schwerer, aber dafür auch etwa 800€ günstiger ist.

Qualität & Wartung: 3/5
Das Brompton ist auch fertigungstechnisch immer weiter optimiert worden und bietet bei der Verarbeitung keinerlei Anlass zur Klage. Die Rohrverbindungen sind sauber und durch die quasi verschleißfreien Faltverbindungen ist hier über Jahre kein Ausschlagen zu erwarten. Alle Teile sitzen fest und klapperfrei, nur die Sattelstütze sackt unter der Fahrt ein bisschen ab. Durch die Felgenbremsen und die Kettenschaltung gibt es bei der Wartung recht viel zu tun. Die Kette benötigt regelmäßig Pflege und wird schnell ziemlich dreckig. Auch die Bremsbeläge und Bremsflanken sind einem höheren Verschleiß als bei größeren Laufrädern unterworfen, von Scheibenbremsen mal abgesehen. Durch die vielen proprietären Teile ist Ersatz nur über Brompton oder Brompton-Händler zu beschaffen, die um Lübeck irgendwie einen großen Bogen machen, ansonsten aber in den meisten größeren Städten vertreten sind.

Spezial Kategorie 

Alltagstauglichkeit: 4/5
Es ist stark, wie ein Faltrad den Alltag verändert, wenn man viel multimodal unterwegs ist. In der Bahn fällt es kaum auf und passt zwischen Sitze, in die Gepäckabteile und quasi überall hin, wo auch ein Koffer stehen kann. Der Wechsel zwischen gefaltet, geschoben, gestellt und gefahren ist dabei nach kurzer Eingewöhnung schnell und einfach. Wenn Gepäck mitgenommen werden soll, ist das Brompton Electric jedoch schnell überfordert. Die Akku-Konstruktion nimmt auch in den größeren Taschen viel Platz ein und beraubt dem Brompton die einzige echte Gepäckträgeroption. Denn der Roller Frame kann nicht mit Packtaschen kombiniert werden und alles, was dort draufgestrapst wird, muss vor dem Faltvorgang entfernt werden. Also war für mich der gute, alte Rucksack im Einsatz, unter dem der Rücken dank des Motors nicht allzu stark schwitzt. Fürs Bike-Bahn-Pendeln reichen die Optionen aber aus und hier wurde wiederum der Kompromiss für den Faltvorgang eingangen.

Coolness Faktor: 5/5
Bromptons werden 500M gegen den Wind in der Nacht erkannt. An der Rahmenform, dem Geräusch der 3-Gang Nabe und dem Grinsen, das die haben, die auf einem sitzen. Und selbst Unbedarfte staunen über das Faltmaß, darüber, dass ein fast-2-Meter-Mann darauf fahren kann und über die Geschwindigkeit des Bikes. Es ist nicht nur ein Faltrad, es ist ein Way of Life!

Zubehör: 4/5
Das offizielle Zubehörprogramm für Brompton Bikes ist schon recht umfangreich und es gibt einige Taschen, Brompton spezifische Werkzeuge und Gadgets. Das Besondere ist aber, dass durch die Vielzahl an verkauften Brompton auch Dritthersteller Zubehör fürs Brompton anbieten…bis hin zu kompletten Umbausätzen, bei denen nur noch der Grundrahmen original bleibt. Allerdings muss fast alles, was ans Brompton gebaut wird, auch Brompton-spezifisch sein. Standard-Fahrradzubehör passt in der Regel nicht.

Parken und Rangieren: 5/5
Das Brompton hat ein fast konkurrenzlos kleines Faltmaß und passt fast überall hin. Und auch wenn man es nicht jedes Mal komplett einfalten möchte, nimmt es nicht viel Platz weg. Als Ständerersatz dient der einfaltbare Hinterbau, was aber dann unpraktisch ist, wenn die Fläche auf dem Roller Frame besetzt ist. Auch lässt sich das Brompton hervorragend tragen. Der Hauptrahmen und Sattel sind in einem guten Abstand, sodass das Rad mit dem Sattel auf der Schulter getragen und mit der Hand stabilisiert werden kann. Der Sattel ist auch extra zu diesem Zweck auf der Unterseite gepolstert.

Sicherheit: 1/5
Zwar lässt sich das Brompton mit der passenden Sitzposition sicher im Alltag bewegen, ein paar Kompromisse müssen dennoch eingegangen werden. Durch die E-Bike Komponenten schaukelt sich das Rad beim Freihändig fahren schnell auf und wirkt auch bei der Bedienung mit einer Hand etwas nervös. Und auch mit den kleinen, schmalen Rädern müssen Kantsteine mit etwas Übung überfahren werden. Die Bremsen brauchen viel Handkraft, verzögern bei Nässe nicht so gut wie im Trockenen und bleiben auch insgesamt hinter Scheibenbremsen zurück. Die Beleuchtung wird in der getesteten Version von dem Hauptakku gespeist und bleiben angeschaltet, wenn der Motor durch einen leeren Akku nicht mehr unterstützt. Allerdings ist der Scheinwerferkegel und -helligkeit eher dürftig. Auch die Rückleuchte ist niedrig montiert, leuchtet aber gut sichtbar.

Gesamtscore: 35/50

Fazit:

Das Brompton P-Line Electric mit der 12-Gang Schaltung ist ein faszinierendes Rad. Brompton hat es geschafft, eine Schaltung mit einer hohen Bandbreite in das bestehende Konzept zu integrieren und geht auch keine Kompromisse in der Faltbarkeit ein. Die Kompromisse müssen dann von den Besitzer:innen gemacht werden, aber betrachtet man die Anzahl der verkauften Brompton, scheint das nicht schlimm zu sein.
Nach mehreren Wochen der Nutzung habe ich mich an die Besonderheiten gewöhnt und genoss jeden Kilometer mit dem Bike. Die P-Line Electric mit der 12-Gang Schaltung würde ich jedoch kaum jemandem empfehlen. Die C-Line mit der 6-Gang Schaltung wird für die allermeisten Szenarien mehr als ausreichen und wenn ihr in einer flacheren Gegend wohnt, passte auch die 4-Gang Schaltung. Der Motor an sich ist eine echte Bereicherung für dieses Rad, denn so können gerade Strecken, für die das Brompton gedacht ist, wenig schweißtreibend zurückgelegt werden. Duschen vor dem Meeting gehört dann der Vergangenheit an.
Je kleiner ein Faltrad sein soll, desto mehr Kompromisse müssen eingegangen werden. Das Brompton reitet auch nach knapp 40 Jahren erfolgreich auf dieser Rasierklinge.

* Brompton hat mir das Rad zur Verfügung gestellt und das Video unterstützt. Auf unsere Meinungsäußerung, die Gestaltung der Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Wir sind herstellerneutral.

Sushi Maki & California Roll 3.0 im Test

Wir waren skeptisch. Low-Budget E-Bikes sind normalerweise nicht unser Fachgebiet. Aber die Fakten, dass Sushi Bikes in Europa produziert werden und seit einigen Jahren viel Aufmerksamkeit generieren, hat uns neugierig gemacht. Welche Kompromisse präsentieren die Sushi Bikes? Und sind sie in der dritten Generation empfehlenswert?
Wir konnten die Räder ein paar Wochen im Alltag bewegen und somit gibt es hier die Bewertung nach der Radelbande Bewertungsmatrix!

Hier gehts zur Score-Übersicht.

Und hier zu der Erklärung der Bewertung.

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Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 2/5
Die Sushi Bikes kommen mit einem Hecknabenmotor und fester Singlespeed Übersetzung, das heißt, dass es keine Gangschaltung gibt. Bei 25km/h ist die Trittfrequenz bei etwa 75 U/Min, was ein guter Kompromiss ist. Das Anfahren gelingt mit der 46-18 Kombination dank des Motors im Flachen recht gut, am Berg ist es sehr schwierig, da der Motor auch eine kurze Zeit zum Einsetzen braucht. Er kommt ohne Drehmomentsensor aus, sondern misst nur, dass die Kurbel gedreht wird. Erstaunlicherweise ist das Einsetzen aber sanft und die Wartezeit kurz und wir konnten auch keinen nennenswerten Nachlauf feststellen. Steigungen macht der Motor gut mit, unter 10km/h setzt er aber aus, wodurch kurze, knackige Anstiege mit viel Schwung genommen werden sollten. Die 200W Leistung geben das Gefühl eines ständigen Rückenwinds und halten das Gefährt im Flachen gut auf den 25km/h. Wir waren im Endeffekt erstaunt über die Charakteristik und Kraft des Motors, auch wenn er natürlich nicht mit einem Mittelmotor mit Schaltung mithalten kann.
Die Geometrie ist sehr sportlich und direkt ausgelegt. Somit werden Lenkbefehle schnell umgesetzt und Hindernissen kann leicht ausgewichen werden. Bei unebener Strecke werden aber deutliche Komforteinbußen merkbar. Hier bieten weder Rahmen, Gabel und Anbauteile, noch die schmalen Reifen eine gute Dämpfung, was Kopfsteinpflasterpassagen sehr unangenehm werden lässt. Auf guten Strecken fahren sich die Sushi Bikes sanft, aber der Motor vibriert unter Last teilweise unangenehm.

Innovation/Design: 2/5
Das Design der Sushi Bikes ist sehr zurückhaltend und sie sind verhältnismäßig einfach konstruiert, setzen aber auf Lösungen, die eine lange Haltbarkeit und einfache Wartung ermöglichen. Die nach hinten geöffneten horizontalen Ausfallenden unterstreichen den „fixed-gear-style“, es gäbe aber elegantere Lösungen, um die Kette zu spannen. Ebenfalls geben die klassischen Schnellspanner, außen liegenden Lagerschalen und leichtes Kabelwirrwarr am Cockpit Aufschluss über den Low-Cost Ansatz von Sushi. Ebenfalls sucht man Bluetooth Konnektivität vergeblich. Die USB-C Buchse im Akku, um externe Geräte laden zu können ist ein nettes Feature, den Fahrrad-Akku darüber laden zu können wäre aber noch die Kirsche auf der Torte.
Schön sind die deutlichen Unterschiede der beiden Rahmenvarianten, wobei unterschiedliche Rahmengrößen beim California Roll wünschenswert sind.

Ausstattung: 3/5
Sushi ist mit der Version 3.0 einen großen Schritt nach vorne gegangen und hat zwei wichtige Schwachstellen der früheren Versionen beseitigt. Die Kontaktpunkte sind einfach, aber scheinen langlebig zu sein. Besonders positiv aufgefallen sind uns die großen, griffigen Pedale. Auch die Sättel sind passend für die jeweiligen Fahrrad-Geometrien. Die Tektro Bremsen mit den großen Bremsscheiben zeigen eine super Performance und auch die Beleuchtung ist besser, als wir das bei Rädern in diesem Preisbereich erwarten. Leider müssen gerade beim Maki Schutzbleche, Ständer und Gepäckträger dazugekauft werden, um es richtig alltagstauglich zu machen.
Der Akku hat in der höchsten Unterstützungsstufe auf meiner Testrunde durch die Stadt knapp über 30km durchgehalten. Das ist okay und dürfte für die meisten Anwendungszwecke reichen. Auf Radtouren außerhalb von Stop&Go dürfte es aber deutlich mehr sein. Auffällig: nach knapp 27km war die Unterstützung merkbar geringer, die Beleuchtung lief aber auch weiter, nachdem der Motor nicht mehr unterstützte.

Preis: 5/5
Ein E-Bike für 1.399€ ist ein echt guter Deal und die Sushi Bikes geben bei diesem Preis wenig Anlass zur Kritik. Natürlich gibt es auch E-Bikes, die mit einer Schaltung kommen und noch günstiger sind, da sollten dann aber die Produktionsbedingungen hinterfragt werden. Wenn man beachtet, dass Sushi ein Deutsches Unternehmen mit einem guten Kundenservice und einer Produktion in Europa ist, zeigt sich das gute Preis-Leistungsverhältnis. Was Fragen aufwirft, ist die Preispolitik zwischen California Roll und Maki, denn die beiden Räder haben den gleichen Preis, das California Roll hat aber eine deutlich bessere Ausstattung.

Qualität & Wartung: 3/5
Sushi Bikes sind der Einstieg in die Welt der E-Bikes, aber qualitativ gibt es wenig auszusetzen. Gut erkennbare und sauber verarbeitete Schweißnähte werden mit einer widerstandsfähigen Beschichtung gepaart. Durch die Standardmaße lassen sich die Komponenten leicht warten. Das Einzige, um das sich regelmäßig gekümmert werden muss, ist die Kette, was jedoch recht einfach ist. Single-Speed Übersetzung sei dank! Die Kette ist verhältnismäßig dick und sollte so ebenfalls viele Kilometer durchhalten. Die Sushi-eigenen Reifen laufen etwas unrund, selbst bei hohem Druck. Für Aufbau und/oder Wartung gibt es ein Service Netzwerk in Deutschland, das allerdings hier und da noch Lücken aufweist.

Spezial Kategorie 

Alltagstauglichkeit: 2/5
Die Sushi Bikes haben einen Alltagsnutzen wie normale 28″ Bio-Bikes, mit dem Vorteil des E-Motors. In der Standardausstattung ist das Maki jedoch kaum Alltagstauglich. Schutzbleche und Ständer, sowie ein Gepäckträger sind alle optional. Das California Roll hat hier den Vorteil, es muss nur der Gepäckträger ergänzt werden. Für Städte mit leichten oder kurzen Steigungen sind die Sushi Bikes gut geeignet, längere oder stärkere Steigungen werden jedoch zum Problem. Mit einer entprechenden Ausstattung sind aber leichte Transportaufgaben oder die Mitnahme von Packtaschen kein Problem. Die 120kg Gesamtgewicht-Angabe dürfte jedoch trotz des geringen Eigengewichts für Einige zu wenig sein.

Coolness Faktor: 4/5
Trotz des zurückhaltenden Designs werden Sushi Bikes sehr oft im Alltag erkannt. Der Fixed-Gear-Style des Maki spricht nach wie vor viele an und die klassische „Damenrad“-Optik des California Roll ist wirklich elegant, ohne aufdringlich oder übertrieben stylisch zu sein. Beide Bikes fallen nicht sofort als E-Bikes auf und sind insgesamt ziemlich cool!

Zubehör: 4/5
Dank des Standard-Designs lässt sich viel Fahrrad-Zubehör an die Sushi Bikes bauen. Sushi Bikes selbst bietet jedoch ein breites Zubehörprogramm an, auch in Kooperation mit anderen Brands. Von Schutzblechen, Gepäckträgern für vorne und hinten, über Taschen bis zu weiteren Gadgets lässt sich das Sushi Bike für den eigenen Gebrauch anpassen. Jedoch sind die Zubehör-Produkte im Online Shop von Sushi oft teurer als anderswo. Die Schutzbleche sind in der getesteten Version klapprig und sitzen nicht gut.

Parken und Rangieren: 3/5
Die Sushi Bikes sind leicht und nur so groß, wie normale Fahrräder. Das macht das Handling leicht. Der Ständer beim California Roll lässt sich verstellen, sodass es auf allen Untergründen einen sicheren Stand findet. Das Maki muss in der Standardversion immer irgendwo angelehnt werden, da der Ständer fehlt. Ein Speichenschloss ist nicht verfügbar, aber am Maki ließe sich leicht ein Faltschloss montieren.

Sicherheit: 4/5
Mit den Sushi Bikes ist das Fahren im Stadtverkehr sehr leicht. Dank der fehlenden Schaltung und dem kräftigen Motor ist es einfach, sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Das Bremsen gelingt einfach und sie verzögern kräftig, auch wenn breitere Reifen den Bremsweg und Komfort deutlich verbessern könnten. Die Beleuchtung ist super und auch dunkle Streckenabschnitte werden ausreichend ausgeleuchtet. Das Rücklicht ist hell, könnte aber von Dingen, die auf dem Gepäckträger verzurrt, sind verdeckt werden. Die Sitzposition des California Roll ist aufrecht und auch kleinere Leute haben einen guten Überblick. Beim Maki wird eine sportlichere Sitzposition eingenommen, woran sich Einige gewöhnen müssen.

Gesamtscore: 32/50

Fazit:

Nachdem Sushi Bikes nun einige Jahre auf dem Markt sind, konnten sie ihre Räder noch einmal deutlich verbessern. Ja, die Einschränkungen des Single-Speed Antriebs und Hecknabenmotors bleiben bestehen, allerdings gibt es dennoch einen breiten Einsatzzweck für diese Bikes. Der günstige Preis dürfte Viele motivieren, in die Welt der E-Bikes einzusteigen und das Auto öfter stehen zu lassen, allerdings sollte man auch nicht den Vergleich mit doppelt so teuren Produkten machen, denn diese bieten natürlich mehr Komfort und Möglichkeiten der Nutzung. Aber wenn ihr wisst, dass ein Single-Speed E-Bike für eure Wege und euren Alltag passt, dann bekommt ihr hier ein preiswertes Produkt, das euch lange begleiten dürfte.

* Sushi Bikes hat uns das Rad zur Verfügung gestellt und das Video unterstützt. Auf unsere Meinungsäußerung, die Gestaltung der Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Wir sind herstellerneutral.

i:SY Skyfly E5 ZR F Carbon Compact E-Bike – für wen ist es etwas?

Wir konnten das i:SY Skyfly einige Wochen vor der Markteinführung bewegen. Als es bei der Eurobike 2023 vorgestellt wurde, flog es trotz des Namens unter dem Radar, da gleichzeitig auch die i:SY Modelle mit Pinion MGU vorgestellt wurden. Das Skyfly Rad ist aber eines der ersten Räder, die Carbonrahmen tatsächlich für den Alltag sinnvoll nutzbar machen und somit ein wichtiges Rad für diese Fahrradgattung. Hier findet ihr die Radelbande Bewertung, schaut vorher gern dieses Video:

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Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 4/5
Das i:SY Skyfly ist mit dem neuen Bosch Performance SX Motor ausgestattet, der ein tolles Ansprechverhalten und eine lebendige Abstimmung bei einer sehr angenehmen Geräuschkulisse bietet. Allerdings muss man sich beim Fahren darauf einlassen, dass er erst ab eine Trittfrequenz von ca. 70 U/Min so richtig loslegt. Darunter ist der Motor nicht sehr kräftig, hat aber insgesamt wenig Mühe mit dem leichten Rad. Dennoch muss man beim Anfahren darauf achten, dass das Vorderrad nicht abhebt. Die Nexus 5E spielt in ihrer Abstimmung ein bisschen gegen den Motor, da die Gangsprünge recht groß sind und die Primärübersetzung seitens i:SY etwas groß gewählt wurde. Hier wäre die Variante mit der Kettenschaltung unsere Wahl.
Beim Fahren ist das i:SY Skyfly sehr agil. Der kurze Radstand sorgt für ein zackiges Kurvenverhalten, an das man sich allerdings schnell gewöhnt. Dann rollt das Compactbike sehr stabil und lässt sich auch einfach freihändig fahren, was ein Zeichen einer guten Rahmengeometrie ist. Auch außerhalb asphaltierter Wege ist das Skyfly mit seinen dicken 20″ Reifen nicht überfordert und kann gerade dank seiner sehr guten Bremsen präzise bewegt werden.

Innovation/Design: 4/5
Ein i:SY bleibt ein i:SY bleibt ein i:SY. Das Design entspricht dem etabierten Markendesign, wurde aber für die Carbonversion noch einmal verfeinert und ist gerade in dem Schwarz ein Hingucker. Die Übergänge zwischen den Rohren sind fließend und i:SY hat seine Logos und Schriftzüge an mehren Stellen erhaben in das Carbon eingebracht, was dem Rad einen sehr edlen Touch gibt. Toll ist der neue, in das Rahmendesign integrierte Schnellspanner, sowie die Möglichkeiten, das Rad schmal und platzsparend zu verstauen. Sie verzichten aber auf inzwischen übliche Steckachsen an den Laufrädern und die Version mit der Nexus 5E ist mit knapp 20kg inklusive Akku schwerer als erwartet.
Dank des Bosch Smart Systems ist das Rad auch zukunftsfähig und mit der Flow App gibt es viele Möglichkeiten zur Anpassung und Navigation.

Ausstattung: 5/5
Die Ausstattung des i:SY Skyfly lässt nichts vermissen. Alle Komponenten und Ausstattungsmerkmale sind hochwertig und passen hervorragend zu dem Konzept des Rades.

Preis: 2/5
In der getesteten Version kostet das Rad 5.599€ UVP, Stand Februar 2024. Das ist deutlich mehr als andere Kompakte E-Bikes, die dann aber ohne den leichten und teureren Carbon Rahmen kommen. Es ist, gemessen an der Ausstattung, nicht übermäßig teuer, sondern führt die Preispolitik von i:SY fort, wo die Preise allerdings etwas höher liegen als bei den Mitbewerbern.

Qualität & Wartung: 5/5
Von der Qualität ist das i:SY Skyfly durchgängig außerordentlich hochwertig und gut verarbeitet. Das dichte Händlernetz und die Nutzung von Komponenten, mit denen die meisten Händler umgehen können, machen auch Wartung und Werkstattaufenthalte einfach. Allerdings muss man bei dem Rad wahrscheinlich höchst selten überhaupt etwas machen, da alle Komponenten auf möglichst geringe Wartung und lange Haltbarkeit ausgelegt sind.

Spezial Kategorie 

Alltagstauglichkeit: 4/5
Dank der hohen Belastbarkeit, des Gepäckträgers und der Möglichkeit, einen Frontgepäckträger zu montieren, lässt sich das i:SY Skyfly hervorragend für Alltagsaufgaben und auch die große Reise nutzen. Der einfach abnehmbare PowerPack vereinfacht den Alltag ebenfalls, da er sich auch simpel durch einen zweiten Akku austauschen ließe. Für Kindersitze ist der Gepäckträger allerdings nicht ausgelegt und die Nutzung eines Anhängers ist ebenfalls nicht vorgesehen. Das geringe Gewicht macht die Mitnahme auf einem Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln einfach. Der Carbonrahmen ist stabil, aber im harten Fahrradalltag eventuell etwas anfälliger im Vergleich zu Alurahmen.

Coolness-Faktor: 2/5
Das i:SY Skyfly fällt nur Kennern sofort auf. Kompakträder gehören mittlerweile fest zum Alltagsbild und besonders die Räder von i:SY sind weit verbreitet. Da das Skyfly sich optisch erst auf den zweiten Blick als Besonderheit erweist, fliegt es eher unter dem Radar. Das i:SY hat viele coole Details, aber insgesamt haben Compact Bikes eher einen staubigen Ruf.

Zubehör: 4/5
i:SY hat ein breites Zubehörprogramm und vieles davon kann auch fürs Skyfly verwendet werden. Das Zubehör macht das Compactbike und man kann sich das i:SY komplett mit dem hauseigenen Zubehör auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Auch Zubehörteile von Drittanbietern lassen sich einfach montieren, sodass das Skyfly hier sehr gut abschneidet, auch wenn zusätzliche Flaschenhalterösen noch mehr Möglichkeiten böten.

Parken und Rangieren: 5/5
Dank geringen Gewichts und Größe ist das i:SY Skyfly sehr einfach im Handling. Der Seitenständer hält das Rad sicher auch mit Packtaschen. Es anzuheben und beispielsweise in die Wohnung zu tragen gelingt dank des Rahmendesigns ebenfalls einfach. Zum Anschließen lassen sich die verschiedenen Rahmenöffnungen gut nutzen und auch die Montage eines Rahmenschlosses ist möglich. Hier ist das Skyfly sehr gut aufgestellt.

Sicherheit: 5/5
Dank der ausgewogenen Geometrie, der guten Bremsen und der aufrechten Sitzposition lässt sich das Skyfly sehr sicher bewegen. Bis auf den Punkt des ansteigenden Vorderrads ist hier auch keinerlei Unsicherheit. Die Beleuchtung ist gut gewählt und reicht dank des zuschaltbaren Fernlichts auch für den ein- oder anderen Ausflug in unbeleuchtete Gebiete. In der Stadt ist das Bremslicht ein echter Sicherheitsgewinn, auch wenn es sich um ein Accelerometer-basiertes System handelt. Insgesamt lässt das Skyfly auch bei der Sicherheit nichts vermissen.

Gesamtscore: 40/50

Fazit:

Das i:SY Skyfly ist das richtige Rad für euch, wenn ihr ein besonderes Kompaktrad sucht, das aber nicht sofort auffallen soll. Es kann nicht mehr als andere Räder seiner Klasse, aber das geringe Gewicht gepaart mit der hohen Belastbarkeit macht es auch für schwerere Menschen interessant. Wenn ihr plant, euer Rad am Bahnhof abzustellen und es regelmäßig irgendwo anzuschließen müsst, ist ein Carbonrahmen wahrscheinlich die falsche Wahl, auch wenn es sich hier nicht um einen durchoptimierten Ultraleichtbau handelt. Aber für die Mitnahme im Wohnmobil, am Auto oder für die Mitnahme in die Wohnung ist es ideal, besonders dann, wenn die Abstellmöglichkeit planbar ist. Denn mit über 5.000€ ist das Skyfly sicherlich kein Schnäppchen und somit eher ein Rad für Liebhaber:innen oder wenn ihr ein besonders leichtes „vollwertiges“ Kompaktrad sucht. Wir würden aber die Kettenschaltungsvariante bevorzugen. Für alle anderen bietet i:SY noch die regulären Kompaktrad Modelle an, die im Detail wahrscheinlich im Alltag noch etwas einfacher nutzbar sind.

* i:SY hat uns das Rad zur Verfügung gestellt und unterstützt die Radelbande für die Erstellung des Videos. Auf unsere Meinungsäußerung, die Gestaltung des Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Wir sind herstellerneutral.

Tenways Cargo One – Bezahlbares Full-Size Long John E-Lastenrad

Das Tenways Cargo One will Premium Design und spannende Features zu einem echten Kampfpreis bieten. Wir konnten das Rad mehrere Monate vor dem Verkaufsstart testen und haben viele gute Dinge entdeckt. Allerdings muss man bei dem neuen Tenways Lastenrad auch mit Kompromissen leben. In diesem Artikel bewerten wir das Rad anhand der Radelbande Bewertungsmatrix.

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Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 4/5
Dank des starken Motors bietet das Tenways Cargo One eine gute Beschleunigung, selbst im beladenen Zustand. Auch bei niedrigen Trittfrequenzen liegt ein hohes Drehmoment an, sodass auch langsam Tretende auf ihre Kosten kommen. Die Übersetzung passt ebenfalls zu dieser Auslegung. Sowohl bei niedrigen Geschwindigkeiten, als auch bei 25km/h sind angenehme Trittfrequenzen möglich.
Sowohl kleine als auch große Menschen haben eine aufrechte Sitzposition. Das Tenways empfiehlt sich daher eher zum entspannten Cruisen, als zum Kurvenräubern. Das geht mit dem Rad zwar auch, allerdings fühlt sich die Lenkung sehr leichtgängig an, das irritiert im Vergleich zu anderen Long John Lastenrädern. Ebenfalls hat sich Tenways für eine 1:1 Lenkübersetzung entschieden, was dazu führt, dass der Lenker besonders beim starken Einschlagen sehr nahe an den Oberkörper kommt.
Die Federgabel kann Unebenheiten gut schlucken und gerät erst bei starken Kanten an ihre Grenzen. Insgesamt fährt sich das Rad sehr ähnlich zu den diversen anderen Dutch-Style Long John Lastenrädern, mit dem Vorteil des potenten Motors.

Innovation/Design: 4/5
Das Design des Tenways ist eindeutig inspiriert von anderen Long Johns dieser Machart. Merkmale vom Carqon Cruise sind ebenso erkennbar, wie vom Lovens Explorer und Urban Arrow. Die Designsprache von Tenways ist höchstens durch den Doppelscheinwerfer und die deutlich hervorstechenden Tenways Schriftzüge erkennbar. Dennoch ist es ein in sich geschlossenes und gefälliges Design, das keine Experimente macht. Die Tagfahrleuchten mit den eingebauten Blinkern sind wiederum ein deutlicher Schritt nach vorne, besonders bei Dunkelheit. Die Lichtsignatur ist auch von weitem sehr gut erkennbar und die Blinker sind einfach in der Bedienung. Die Positionsleuchten und Blinker haben allerdings keine offizielle Zulassung.
Konstruktiv besteht das Tenways Cargo One aus zwei Teilen, die beim Aufbau miteinander verschraubt werden. Das Ausfallende sitzt auf einem Schlitten, um den Riemen spannen zu können und es ist keine Rahmenöffnung notwendig. Zusätzlich wird hier die Steckachs-Version der Enviolo verwendet, was wir ansonsten bislang nur beim Ca Go FS200 gesehen haben. Mit knapp 60kg Eigengewicht ist das Tenways Cargo One erstaunlich schwer.
Die App hat zum Testzeitpunkt nicht mit dem Cargo One funktioniert, aber verspricht viele Möglichkeiten zur Anpassung und um Updates auf das Rad zu spielen.

Ausstattung: 4/5
Alle Teile beim Tenways Cargo One sind eine Stufe besser, als man es angesichts des Preises erwarten würde. Der riesige Akku hat für Reichweiten um 60km in der höchsten Stufe gereicht, allerdings auch bei teilweise deutlichen Minusgraden. Die Kontaktpunkte fassen sich gut an und Enviolo, Riemen sowie die starke Cargo-Bike-Bremse bieten manche Räder nicht, die mit der Ausstattungs deutlich mehr kosten. Die Federsattelstütze ist in diesem Rad fehl am Platze. Hier würde eine Parallelogramm-Federstütze mehr Sinn ergeben und die verbaute Stütze ist für große Leute über 1,90 auch zu kurz. Scheinwerfer und Rückleuchte könnten gerne etwas besser sein, gehen aber angesichts des Preises in Ordnung.

Preis: 5/5
4.999€ sind für ein vollausgestattetes Long-John-Lastenrad ein enorm guter Preis. Es gibt zwar einige Räder, die ebenfalls unter 5.000€ in der Grundausstattung kosten, jedoch muss man bei denen oft die Kindersitze und Verdeck dazu bestellen und sie kommen in dem Preisbereich auch eher mit Kettenschaltung. Nur wenige Long Johns kosten weniger als das Tenways Cargo One und bieten auch nur annähernd die Ausstattung.

Qualität & Wartung: 4/5
Das Tenways Cargo One bietet eine gute Verarbeitung des Rahmens bis zu den Schweißnähten auf der Ladefläche unter der EPP Box. Bei den sichtbaren Rahmenteilen setzt Tenways auf fließende Übergänge und eine sehr widerstandsfähige Beschichtung. Bei der Montage des Kunststoff-Rahmens auf der EPP Box sind dann größere Spalten zu sehen und die Box knarzt während der Fahrt, dies ließe sich aber mit entsprechender Sorgfalt bei der Montage und kleinen Anpassungen reduzieren.
Vom Wartungsaufwand kann man sich beim Tenways Cargo One enspannt zurücklehnen. Riemen und Enviolo versprechen eine hohe Langlebigkeit bei geringem Aufwand und auch die Bremse mit ihren extra dicken Scheiben und Belägen sollte im Alltagsbetrieb selten nach Aufmerksamkeit verlangen. Lediglich die SR Suntour Mobie 32 Gabel sollte man im Auge behalten und regelmäßig pflegen, besonders in den Wintermonaten.
Tenways hat ein wachsendes Händlernetz, aber bei Problemen mit dem Motor oder dem Akku kann es dennoch sein, dass der nächste Service-Punkt recht weit weg ist. Bafang ist auch nicht so weit verbreitet wie Bosch und Tenways nutzt leider einen proprietären Akku.
Insgesamt ist das Tenways Cargo One ein tauglicher täglicher Begleiter, um den man sich kaum Gedanken machen muss.

Familienbike Kategorie 

Variabilität: 2/5
Haupteinsatzzweck des Tenways Cargo One ist die Mitnahme maximal zweier Kinder. Das ist bei der Gestaltung der Box deutlich erkennbar. Die Sitzbank lässt sich zwar leicht entnehmen, dann bietet die Box viel Platz, aber gerade so nicht für eine 60x40cm Eurobox. Diese ließe sich nur mitnehmen, wenn die ganze Box entfernt wird, was verhältnismäßig einfach möglich ist, aber sicherlich nicht dafür taugt, um es täglich zu machen. Die Öffnungen für die Trittstufe sind auf einer Ebene mit dem Box-Boden, was dazu führen kann, dass Dinge einfach herausfallen können. Mit 60kg Belastungskapazität in der Box ist es am unteren Ende der möglichen Belastung in Long John Cargobikes, die 250kg maximale Gesamtlast versprechen aber eine hohe Stabilität. Einen Gepäckträger bietet Tenways zum Marktstart nicht an und ein Anhänger ist ebenfalls nicht montierbar.

Sitze/Bank: 3/5
Die Sitzbank des Tenways Cargo besteht wie der Rest der Box aus EPP und ist leicht ausgeformt, aber nicht gepolstert. Nur das EPP bietet etwas Komfort. Die Kinder sitzen aufrecht und können ihre Beine gut anwinkeln, die Rückenlehne ist jedoch verhältnismäßig niedrig. Das heißt, ab der Mitte des Rückens aufwärts haben die Kinder keinen weiteren Support. Die Beine der Kinder müssen sich den Platz in der Box mit dem Gepäck teilen, das während der Fahrt leicht hin und her rutscht. Die Breite der Sitzbank ist klassenüblich. Mit dicken Winterklamotten wird es für zwei Kinder sehr kuschelig.
Die Gurte sind bei meinem Vorserien-Testrad eher für größere Kinder ausgelegt gewesen, beim Serienrad ist der Gurt des Anschlussstücks in der Länge verstellbar, sodass auch kleinere Kinder besser angegurtet werden können. Die Gurte sind sehr schön breit und die Schulterpolster sind komfortabel. Eine zweite Sitzbank, Babyschalenadapter oder die Möglichkeit, einen Kindersitz zu montieren, bietet das Tenways Cargo One nicht.

Zubehör: 2/5
Das Tenways Cargo One bietet schon einen Umfangreichen Lieferumfang. Alles, was man für den Alltag benötigt, ist bereits enthalten. Allerdings würde ich das Regenverdeck und das Werkzeugset schon als Zubehör betrachten. Da ein Tenways neben den Händlern auch einen Direktvertrieb hat, lässt sich das Rad auch direkt nach Hause bestellen, jedoch muss dann die recht umfangreiche Montage selbst durchgeführt werden. Dafür legt Tenways aber alles bei, was man braucht.
Das Regenverdeck ist das zweite große Zubehör und das hat uns nicht überzeugt. Der Prototyp, der unserem Testbike beilag, zeigte nach wenigen Auf- und Abbauten schon deutlichen Verschleiß, Tenways hat aber versichert, dass dies beim Serienmodell nicht der Fall sei. Schwerwiegender ist die äußerst umständliche Bedienung des Verdecks. Um Kinder hinein setzen zu können, oder es zu beladen, müssen immer drei Schritte durchgeführt werden: 1. lösen des Gurtes auf der Unterseite der Box, 2. durchfädeln des Gurtes durch den Schlitz auf der Oberseite der Box und 3. lösen bzw. befestigen des Kletts auf der Seite der Box. Diese Schritte sind viel zu aufwändig, um sie mehrere Male täglich, je nach Einsatzgebiet, durchzuführen. Das Serienverdeck soll besser auf dem Rad sitzen, was den Vorgang erleichtert, hat aber das selbe grundsätzliche Design unseres Testexemplars. Das ist im Alltag nicht im vollen Umfang praxistauglich.
Für die Box wären noch Unterteilungen für Rucksäcke oder die Möglichkeit gut, dass Kinder ihre Kleinigkeiten verstauen können. Ebenfalls wäre auf der Rückseite der Box noch genug Platz für kleine Taschen oder ähnliche Verstaumöglichkeiten fürs Smartphone o.ä. Ein Gepäckträger fehlt ebenfalls im Zubehörprogramm zum Start.

Parken und Rangieren: 3/5
Das Tenways Cargo One ist mit 2,70m Gesamtlänge und knapp 60kg Eigengewicht ein echter Brummer, es lässt sich aber dank der leichtgängigen Lenkung und des starken Lenkeinschlags einfach rangieren. Allerdings fehlt auf der hinteren Seite der Lenkung ein Einschlagsbegrenzer, was dazu führt, dass die Lenkung an den Anschlägen etwas unpräzise wird. Der Ständer lässt sich verhältnismäßig einfach verwenden, auch wenn das Rad beladen ist. Jedoch benötigt man zwingend einen festen, ebenen Untergrund, da die Füße des Ständers recht klein sind und der Ständer bei einem unebenen Untergrund leicht einklappt. Hier ist der Einklappwinkel etwas zu klein gewählt.
Das Anschließen des Tenways Cargo One gelingt dank des sich im Lieferumfang enthaltenen Speichenschlosses gut, aber auch mit einem externen Schloss gibt es genug Möglichkeiten, es anzuschließen.

Sicherheit: 3/5
Dank der aufrechten Sitzposition und der angenehmen Griffhaltung hat man einen guten Überblick, wenn man mit dem Tenways Cargo One unterwegs ist. Wenn man sich an die etwas nervöse Lenkung gewöhnt hat, gelingen Wendemanöver und enge Kehren einfach und sicher. Die Bremsen geben dabei ebenfalls viel Vertrauen. Der Scheinwerfer ist durchschnittlich, die Rückleuchte eher mickrig. Sie ist hell, aber klein und sitzt weit unten. Auf Fernlicht oder Bremslicht muss man beim Tenways Cargo One verzichten. Alle StVO relevanten Reflektoren sind enthalten und das Tenways Logo strahlt noch zurück, wenn das Rad von der Seite angeleuchtet wird. Die Positionslichter mit den Blinkern sind unseres Erachtens ein echtes Sicherheitsplus, allerdings wäre es noch besser, wenn die Blinker auch von hinten zu sehen wären.
Kinder sitzen im Tenways etwas auf dem Präsentierteller. Eine etwas niedrigere Bank und niedrigerer Box-Boden würde den Schwerpunkt weiter nach unten setzen und die Schulterlinie erhöhen. Da der obere Rahmen aus Kunststoff ist, bietet er auch keinen zusätzlichen Schutz. Die Auslegung der Gurte allerdings ist deutlich besser als bei den meisten anderen Lastenrädern.

Gesamtscore: 37/50

Fazit:

Tenways startet mit dem Cargo One in einen hart umkämpften Markt, in dem sich bereits viele Andere tummeln. Von den eher einfachen Babboe City Modellen bis zu den High-End Long Johns, wie Ca Go FS200 gibt es für beinahe jedes Portmonee etwas. Das Cargo One füllt dennoch eine Lücke, denn Räder, die 2020/2021 noch 5.000-5.500€ mit etwas Ausstattung gekosten haben, kosten nun 6.500-7.500€. Da kommt das Tenways mit einem echten Kampfpreis und nur wenig Kompromissen. Diese Kompromisse lassen erkennen, dass Tenways bislang nicht im Lastenrad Bereich aktiv war. Dementsprechend kann das Bike in der „Fahrrad“ Kategorie auch echt überzeugen, lässt dann aber bei der „Lastenrad“ Kategorie Federn. Trotzdem haben sie ein beeindruckendes Gesamtpaket geschnürt, das nicht vermuten lässt, dass es sich hier um ein „günstiges“ Lastenrad handelt.

Wenn ihr auf der Suche nach einem großen Familienrad seid, guckt euch auf jeden Fall das Rad einmal an und fahrt es probe, besonders dann, wenn euer Budget limitiert ist.

* Tenways hat mir das Rad zur Verfügung gestellt und unterstützte mich für die Erstellung des Videos. Auf meine Meinungsäußerung, die Gestaltung meines Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Ich bin herstellerneutral.

BTWIN LD920E – Pinion MGU Alternative für 3000€?

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Das BTWIN LD920E ist ein E-Bike mit dem neuen Owuru Motor, der ähnlich wie die Pinion MGU ein Getriebe im Motorgehäuse verbaut hat. Er unterscheidet sich aber im Aufbau und der Funktionsweise allerdings stark von der deutlich teureren Alternative. Ich konnte das Rad ein paar Wochen im Alltag bewegen und somit gibt es hier die Bewertung nach der Radelbande Bewertungsmatrix!

Hier gehts zur Score-Übersicht.

Und hier zu der Erklärung der Bewertung.

Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 4/5
Das BTWIN LD920E ist ein besonderes Erlebnis zu fahren. Auf der einen Seite fühlt es sich sehr vertraut an, mit seinem klassischen Rahmenaufbau und den 28″ Rädern, aber der Motor und die CVT sind wie von einem anderen Planeten(Getriebe) {Pun intended}. Kraftvoll schiebt der Motor an, während die eingestellte Trittfrequenz zuverlässig gehalten wird. Erstaunlicherweise bleibt der Motor dabei verhältnismäßig ruhig, nur das Rasseln des komplexen Kettentriebs stören das ansonsten stille Vergnügen. Die Riemen im Motorgehäuse geben jedoch keinen Mucks von sich. Beim Antritt ist durch diesen Aufbau eine gewisse Nachgiebigkeit innerhalb des Motors spürbar, die aber bei einem runden Tritt ausgeglichen wird und die der Motor in den meisten Situationen gekonnt überspielt. Für starke, lange Anstiege ist der Motor durch sein Direktläufer-Prinzip wahrscheinlich weniger geeignet, das kann ich in Norddeutschland aufgrund mangelnder Berge aber nicht testen.

Die Bremse arbeitet kraftvoll und zuverlässig, könnte aber mit dickeren Reifen ihr Potential besser ausspielen. Grip oder Komfort leiden nicht spürbar unter den 38mm schmalen Pneus, aber mehr Reifenbreite könnte dennoch vorteilhaft sein. Beim Einlenken ist die klassische Geometrie wieder spürbar, das BTWIN LD920E ist sehr agil und fahraktiv abgestimmt und der schmale Lenker, sowie die recht sportliche Sitzposition unterstreichen das noch.

Innovation/Design: 3/5
Sieht man das BTWIN LD920E an, erkennt man nicht auf den ersten Blick, was für ein Technologievorreiter da vor einem steht. Es ist modern gezeichnet und in eine elegante Farbe getaucht, zeigt aber erst bei genauerem Hinsehen, dass etwas anders ist, als bei den meisten anderen E-Bikes. Die Integration des Scheinwerfers und des Displays ist gut gelöst und nicht zu komplex, es sind aber proprietäre Teile.
Decathlon verzichtet auf eine Öffnung für einen Riemen, setzt aber auf einen großen Durchmesser beim Steuerrohr, um die Verkabelung und die hintere Bremsleitung durch den Vorbau zu führen. Dadurch bekommt das Rad eine aufgeräumte Optik. Nur die komplett außen verlaufende vordere Bremsleitung und der herausstehende Reflektor stören das Bild.
Dank der Bluetooth Konnektivität, dem verbauten GPS Chip, dem USB-C Stecker am Vorbau und der Decathlon Mobility App ist das Rad gut für die Zukunft gerüstet und bietet einige Sonderfunktionen. Aber das Gute ist: Die Nutzung der App ist nicht zwingend erforderlich. Das Rad lässt sich auch komplett ohne Smartphone vollwertig fahren.

Ausstattung: 3/5
Decathlon setzt bei der Ausstattung komplett auf die hauseigenen Teile. Und die sind passend zum Gesamteindruck des Rades ausgewählt. Die Griffe sind ergonomisch geformt und haben kleine Haken an den Enden, um Ponchos fest zu verbinden. Ein nettes Detail! Der Sattel passt zur Sitzposition, ist für meinen Geschmack aber etwas weich. Die Pedale sind aus Metall und somit wahrscheinlich langlebig, aber bei Nässe etwas rutschig. Die Bremsen sind von Tektro, machen einen guten Eindruck und die Bremshebel fassen sich gut an.
Der riesige Akku sorgt für hohe Reichweiten, die natürlich von der Topographie abhängen, aber Reichweitenangst braucht man mit über 700Wh bei dem recht leichten Rad nicht haben. Die Beleuchtung ist dagegen etwas schwach.

Preis: 5/5
2.999€ kostet das BTWIN LD920E bei der Markteinführung im Oktober 2023. Für ein E-Bike einer Decathlon Eigenmarke ist das zwar verhältnismäßig viel Geld, aber für ein Rad aus dieser Kategorie mit einem neuartigen Motorkonzept ein echter Kampfpreis. Vergleichbare Räder sind zum Zeitpunkt der Markteinführung kaum auf dem Markt und die paar, die es gibt, sind mindestens doppelt so teuer. Dieses Rad lässt sich am Ehesten mit einem E-Bike mit Bosch Performance Motor und Shimano Nexus 5E vergleichen und selbst in diesem Bereich kosten die Räder in der UVP etwa 1.000€ mehr. Decathlon bringt hier also wieder einen echten Preishit.

Qualität & Wartung: 3/5
Das Rad ist gut verarbeitet und bringt mit der gewählten Ausstattung wahrscheinlich wenig Grund zur Sorge. Die Kette muss natürlich regelmäßig gepflegt werden, ansonsten sind aber alle Teile recht verschleißarm. Die Federung der Gabel ist ebenfalls gedichtet und somit langlebig.
Die Langhaltbarkeit des Motors ist natürlich noch mit einem Fragezeichen versehen, hier werden erst die Monate nach der Markteinführung Klarheit bringen, wenn die Räder in den unterschiedlichsten Szenarien im Alltag bewegt werden. Durch das Prinzip, dass der Motor an sich nicht übersetzt ist, sondern sich abhängig von der Geschwindigkeit dreht, ist auf der Kette und dem Antriebsritzel eine verhältnismäßig große Belastung.
Über den Fortbestand der Marke BTWIN muss man sich aber keine Gedanken machen. Das ist anders als bei anderen smarten E-Bikes, deren Hersteller in letzter Zeit gekämpft haben. Auch Händlerseitig ist Decathlon gut aufgestellt. Die Standorte befinden sich allerdings nur in größeren Städten und da es ein Decathlon-eigenes System ist, wird man bei anderen Fahrradläden keine Hilfe bekommen. Besonders nicht, wenn der Motor von einem Defekt betroffen ist.
Die Qualität und Wartung ist insgesamt en par mit den meisten anderen E-Bikes.

Spezial Kategorie 

Alltagstauglichkeit: 3/5
Dank des konservativen Design-Ansatzes von Decathlon ist das Rad durchaus alltagstauglich. Der klassische Gepäckträger kann 27kg tragen und eignet sich so nicht nur für Packtaschen oder Körbe, sondern auch für Kindersitze mit Gepäckträgermontage. Das ist gut für Familien. Durch die verschiedenen Rahmenhöhen lässt sich das Rad aber nicht einfach mit anderen teilen. Auch die 140kg zulässige Gesamtlast sind für die Meisten alltagstauglich. Die Flaschenhalterösen auf dem Unterrohr bieten die Möglichkeit, zusätzliche Dinge fest zu verschrauben, ich hätte mir allerdings noch einen zweiten Satz Ösen am Sitzrohr gewünscht.

Coolness Faktor: 2/5
Das BTWIN LD920E ist ein absoluter Technologieträger, aber man sieht es nicht. Das ist auf der einen Seite natürlich angenehm, da das Rad keine verdächtigen Blicke auf sich zieht, auf der anderen Seite ist es aber fast ein bisschen zu langweilig. Nur Kenner:innen fällt die fehlende Schaltungsnabe und die aufgeräumte Optik auf. In Zeiten von VanMoof und Lemmo hinkt das LD920E bei der Coolness hinterher.

Zubehör: 3/5
Dank der sehr alltagstauglichen Ausstattung und des „normalen“ Designs benötigt das BTWIN LD920E kein spezifisches Zubehör, es passt einfach fast alles, was für Fahrräder entwickelt wurde. Decathlon bietet aber selbst Packtaschen und Körbe an, sowie Bekleidung, die für das Rad geeignet ist. Der Gepäckträger hat aber keine AVS oder Racktime Aufnahme für die schnelle Montage von Körben zum Beispiel. Insofern entspricht es dem Durchschnitt.

Parken und Rangieren: 3/5
Dank des hinten angeschlagenen Ständers lässt sich das BTWIN LD920E mühelos rangieren und abstellen. Wenn Packtaschen am Gepäckträger sind, könnte der Ständer aber etwas zu schwach ausgelegt sein, das ist definitiv mit Kind auf einem Kindersitz der Fall. Dank des fest verbauten Speichenschlosses kann es schnell abgestellt und abgeschlossen werden, eine Einsteckkette muss aber irgendwo kreativ verstaut werden. Auch ist der Schlüssel nicht der gleiche, wie für das Akkufach. Mit 26kg Eigengewicht ist das Rad recht schwer und nicht einfach in den Keller zu tragen.

Sicherheit: 4/5
Um nichts anderes Gedanken machen und sich komplett auf den Verkehr konzentrieren? Das geht mit dem BTWIN LD920E echt gut. Dank der Automatik muss nur getreten und gebremst werden, den Rest macht das Rad alleine. Die Sitzposition und der klassische Aufbau machen den Wechsel leicht und es lässt sich sicher bewegen. Die Bremsen greifen gut zu, das Rad würde aber von dickeren Reifen profitieren, um den Bremsweg zu verkürzen. Die Modulation und Griffposition passen aber gut. Das LD920E ist komplett StVZO tauglich ausgestattet, mit zusätzlichen Reflektoren in den Speichen, Scheinwerfer und Rückleuchte bieten aber nicht viel mehr als ein Mindestmaß an Leuchtkraft. Die Rückleuchte ist zwar hell aber recht niedrig montiert, der Scheinwerfer umso höher, aber dafür recht dunkel und hat ein schmales Leuchtbild. Hier würde ich mir eine bessere Option wünschen. Auf Fernlicht oder Bremslicht muss man beim BTWIN LD920E verzichten. 

Gesamtscore: 37/50

Fazit:

Wer ein klassisches E-Bike für die täglichen Fahrten sucht und an der neuen Getriebe/Motortechnologie Spaß hat, wird mit dem BTWIN LD920E glücklich werden. Allerdings spricht das Rad eher weniger diejenigen an, die sportlicher unterwegs sind oder eine große Bandbreite benötigen. Die Beladungskapazität und Kindersitztauglichkeit sind für ein normales 28″ Rad klasse und decken wahrscheinlich den Bedarf der Meisten im Alltag ab. Und Decathlon verkauft das Ganze zu einem sehr konkurrenzfähigen Preis! Nur die Langlebigkeit muss der Motor noch unter Beweis stellen.

* Decathlon hat mir das Rad zur Verfügung gestellt und das Video wird durch Affiliate Links unterstützt. Auf meine Meinungsäußerung, die Gestaltung meiner Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Ich bin herstellerneutral.

Das Carqon Cruise Family Lastenrad

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Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 4/5
Der Cargoline Motor von Bosch ist kräftig und unterstützt in allen Lebenslagen, allerdings ist der Schub gefühlt nicht ganz so stark, wie bei anderen Bikes mit dem Motor, was am relativ hohen Eigengewicht und der Kombination aus Riemen und Enviolo liegen kann. Wenn man rollt, merkt man das Gewicht nicht, sondern das Rad lässt sich sehr angenehm und ruhig bewegen. Die Lenkung vermittelt ausreichend Gefühl und ist ein guter Kompromiss zwischen Direktheit und Dämpfung, sodass Schläge nicht direkt zum Lenker durchgetragen werden. Die Sitzposition ist je nach Lenkerposition nicht ganz aufrecht, wie bei einem Hollandrad, sondern vergleichbar mit einem City-Alltagsrad. Damit konnten Lea und ich eine angenehme Sitzposition finden. Auch wenn man sehr langsam fährt, ist das Carqon Cruise durch den tiefen Schwerpunkt einfach zu handlen und dank der Seilzuglenkung kann man auch sehr enge Kurven fahren. Zu weit sollte man sich allerdings nicht in die Kurve legen, da der Abstand des Ständers zum Boden sehr gering ist.

Innovation/Design: 3/5
Grundsätzlich orientiert sich das Design an dem, was man von einem „Premium“-Familybike erwartet, mit den gradlinigen, modernen Formen und der EPP Box. Dazu hat der hintere Rahmen eine eigene Linie, die es mit allen Carqon Rädern teilt und die sehr charakteristisch ist. Dadurch ist der Einstieg nicht ganz so niedrig, sieht aber sehr gut aus. Die Doppel-Sattelstütze hat für Lea und mich gerade so funktioniert: wir haben eine Position der unteren Stütze gefunden, die für mich leicht zu niedrig und für Lea leicht zu hoch war. Bei einem Unterschied von 1,62 zu 1,96 ist das aber auch nicht verwunderlich. Da musste dennoch häufiger der Imbus ran.

Bei der Konstruktion der Box kann man erkennen, dass die Cruise Version ursprünglich wohl nicht geplant war. Denn hier finden sich ein paar Lücken, ungenutzte Schraublöcher und überhaupt außen sichtbare Schrauben. Auch die Dibond platten und der EPP Kragen scheinen einfach so ins EPP reingeschraubt worden zu sein.

Das vordere Schutzblech relativ kurz, was dazu führt, dass der Dreck auf den Rahmen und gegen die Box gesprüht wird. Das ist zwar nicht problematisch, aber dadurch wird das Rad von unten und vorne sehr schmuddelig. 

Und dann ist da noch die Bodenfreiheit. Der Rahmen ist unter der Box relativ breit und tief angesetzt. Das ist zwar an sich kein Problem, aber dadurch hat der Ständer keinen Platz einzuklappen, sondern sitzt noch unter dem Rahmen. Und das führt dazu, dass man regelmäßig mit dem Ständer über den Boden kratzt. Sei es bei schnell gefahrenen Kurven, Bordsteinkanten oder anderen Hindernissen. Irgendwann haben wir uns daran gewöhnt und uns angepasst, aber dennoch passiert es regelmäßig, dass dann einer der Gummifüße des Ständers abgerissen wird.

Ausstattung: 3/5
Hier hat sich Carqon für passende Teile entschieden. Besonderes Highlight ist natürlich die Kong Oi Klingel, die sich optisch richtig schön einfügt und laut genug ist. Auch die Pedale sind gut und bieten guten Grip unter jedem Schuh. Der Sattel ist gemütlich und Sofa-ähnlich, aber die Griffe wirken etwas billig und dünn. Beim Antrieb mit der Enviolo, dem Riemen und dem Bosch Motor kann das Carqon punkten, Display und Scheinwerfer sind aber etwas einfach. 

Insgesamt passt die Ausstattung, bietet aber abgesehen von Klingel und Antrieb keine Highlights.

Preis: 5/5
Auch wenn 5099€ Basispreis viel Geld sind, ist es im Vergleich zu anderen Rädern in dem Bereich recht günstig. Auch weil nicht jeder einen großen Akku oder Riemen mit Enviolo braucht, kann man hier Geld sparen, was bei vielen anderen Anbietern nicht möglich ist. Und für unter 6000€ UVP bekommt man das Carqon Cruise mit EPP Box, Regenverdeck, Polster, und Gepäckträger, inklusive Riemen und Enviolo. Das ist ein sehr kompetitiver Preis! 

Qualität: 4/5
Das Rad ist gut verarbeitet und hat mit der Nabenschaltung und Riemen auch wenig Potential für Verschleißprobleme. Die Federgabel braucht natürlich hin und wieder Aufmerksamkeit, aber das ist ein Bike aus der Kategorie „Raufsetzen, losfahren, nicht weiter drüber nachdenken“. Das Knarzen aus dem EPP ist nicht verschwunden, ist aber irgendwann auch nicht mehr so präsent im Ohr. Der steife Rahmen und die Verarbeitungsqualität, sowie die Oberflächen in der Box gefallen mir ebenfalls gut. Beim Regenverdeck mache ich ein Fragezeichen hinter ein paar der Druckknöpfe, denn gerade der Riemen, der das Verdeck in Form hält, franst an dem Knopf schon aus. Insgesamt bin ich zufrieden mit der Qualität, hier gibt es wenig zu meckern.

Familienbike Kategorie 

Variabilität: 3/5
Das Carqon Cruise ist für Familien gebaut. Für den gewerblichen Einsatz gibt es das Flatbed, aber in dem Cruise sollen Kinder mitgenommen werden. Das heißt, eine Eurobox bekommt man hier vorne nicht herein, wenn man nicht die Bank abbaut. Aber unpraktisch ist es dennoch nicht. Denn Einkaufstüten, kleinere Kisten und auch größere Gegenstände finden in der großen und tiefen Box Platz. Zum Beispiel lässt sich unser Buggy vor die Kinder stellen, auch während der Fahrt. Es gibt auch einen Gepäckträger, der sich schön in das Gesamtbild einfügt und Platz für Packtaschen bietet. Also keine Besonderheiten bei der Variabilität, aber auch nicht schlecht.

Sitze/Bank: 4/5
Das Cruise bietet Platz für 2 Kinder plus Baby, eventuell findet auch eine vordere Bank noch Einzug in die Ausstattungsliste. Auf jeden Fall sind die Sitze breit genug und haben einen guten Abstand zum Boden, sodass man auch darunter Dinge verstauen kann. Auch nach vorne hin ist genug Platz in der Box, auch für größere Gegenstände. Die eigentliche Holzbank unter dem Polster ist meines Erachtens unpassend, aber das optionale Polster ist wirklich gut, lässt sich leicht reinigen und ist hübsch. Die Sitzlehne ist leider nicht besonders hoch und reicht meiner großen Tochter (4j.) gerade mal an die Schulter. Die Kleine, 1,5j., kann immerhin noch ihren Kopf ein bisschen anlehnen. 

Was mich aber gestört hat, ist die Anordnung der Gurte. Die sind sehr tief angebracht. Das führt dazu, dass sie während der Fahrt ständig von der Schulter rutschen, auch schon bei der Kleinen. Meine Lösung war, dass ich die Gurtschnalle so weit wie möglich oben angesetzt habe, damit die Schultergurte zusammenbleiben. Ich würde mir wünschen, dass die Gurte von weiter oben kämen.

Zubehör: 4/5
Das Zubehör, das Carqon für das Cruise anbietet, passt zum Charakter des Rades und alles Wichtige ist abgedeckt. Die Teile sind auch gut verarbeitet und angemessen eingepreist. Ich würde mir aber wünschen, dass es noch Möglichkeiten in der Box gäbe, um Kleinigkeiten zu verstauen oder auch etwas, womit Fahrer/innen Dinge während der Fahrt lagern können.

Parken und Rangieren: 4/5
Mit der Seilzuglenkung lässt sich das Cruise sehr einfach rangieren. Obwohl es so ein großes und schweres Rad ist, fällt es leicht, es zu schieben und auch in Parklücken zu bekommen. Durch das Speichenschloss mit optionaler Einsteckkette kann man es einfach anschließen, oder man nutzt alternativ die großen Öffnungen am Rahmen um ein Schloss durchzuziehen. Vorne am Rad gibt es allerdings keine Möglichkeit, ein Schloss durchzuziehen.

Wenn man dann einen Parkplatz gefunden hat, muss man natürlich den Ständer verwenden und das Bike ist beladen doch recht schwer auf den Ständer zu bekommen. Ebenso ist nur auf der linken Seite eine Tritthilfe vorhanden, was es manchmal schwieriger macht, das Rad aufzustellen, als es sein müsste. Wenn das Carqon Cruise erst einmal steht, steht es auch sicher, wackelt aber ein bisschen, wenn es beladen ist. Es gibt zwar keine Gefahr, dass es umkippt oder wegklappt, aber es fühlt sich nicht rock solid an.

Sicherheit: 3/5
Sowohl bei der passiven, als auch der aktiven Sicherheit ist das Carqon Cruise solide, ohne Highlights zu setzen. Die EPP Box und der Umlaufende Rahmen erhöhen die Stabilität bei Unfällen, die Bremsen sind gut und die Sitzposition und die Fahreigenschaften vermitteln viel Vertrauen. Die Kindersitzlehnen könnten etwas höher sein und mit einer besseren Gurtkonstruktion aufwarten. Vielleicht könnte man auch die Sitzbank etwas niedriger machen, um die beschriebenen Probleme auszuräumen. Die Beleuchtung ist vorne eher mager, dafür ist das hintere Licht auffällig. Es gibt auf der Box keine weiteren Reflektoren, dafür sind die Paspelierungen auf dem Regencover reflektierend. 

Gesamtscore: 37/50

Fazit:

Das Carqon Cruise ist ein grundsolides Family Bike, das aber keine wirklich neuen Akzente setzt. Es fährt sich sehr angenehm, es bietet viel Platz, es ist komfortabel und es kostet vergleichsweise wenig. An die paar kleineren Makel kann man sich aber einfach gewöhnen oder mit ein paar Tricks aus dem Weg räumen. Das Carqon Classic oder einige andere Kontrahenten wirken etwas mehr aus einem Guss, sind aber teilweise deutlich teurer. Das Cruise hat ein wirklich gutes Preis Leistungsverhältnis. Es eignet sich im Grunde für alle Familien mit zwei Kindern, die hauptsächlich im Urbanen Umfeld damit unterwegs sein wollen. Wenn man in einer bergigen Gegend wohnt mit einigen Anstiegen, würde ich die Version mit Kettenschaltung bevorzugen, da sie einen besseren Wirkungsgrad hat und nochmal eine Ecke leichter ist, vom Preis abgesehen.

Als hauptsächliche Kontrahenten würde ich das Gazelle Makki und das Lovens Explorer sehen, wobei das Carqon im Vergleich zu den beiden auch den stärkeren Motor hat und von den Features eher in der Klasse mitspielt, die 1000€ teurer ist. Also insgesamt ein gutes Bike, das viele Familien anspricht.

* Carqon hat mir das Rad zur Verfügung gestellt und unterstützte mich für die Erstellung des ersten Videos. Auf meine Meinungsäußerung, die Gestaltung meiner Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Ich bin herstellerneutral.

Bergamont E-Cargoville LT Expert

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Fahrrad Kategorie

Fahrverhalten: 4/5
Als 26“ Long Tail mit einer Gesamtlänge um 2m ist das Bergamont E-Cargoville LT sehr einfach und intuitiv zu fahren. Die aufrechte Sitzposition, bei der sich auch der Lenker einfach in der Höhe verstellen lässt, sorgt dafür, dass man einen guten Überblick hat, aber eher weniger sportlich unterwegs ist. Da übernimmt der Motor einen großen Teil der Arbeit. Die Kettenschaltung arbeitet so effizient, dass die Reichweite echt üppig ist. Ich konnte mit den 1000 Wh, mit 60% Anhängerbetrieb, im Turbomodus knapp 80km im Stadtverkehr fahren. Auch die 65Nm des Motors reichen aus, auch wenn man stärkeren Steigungen auf ein großes Ritzel schalten muss und entsprechend langsam wird. Für manche Anwendungszwecke könnte der Motor also ein bisschen schwach auf der Brust sein. Der Lenker fängt recht schnell an, zu schlackern. Das ist aber interessanterweise weniger stark, wenn der Träger vorne belastet ist. Es scheint also eine Frage der Lastenverteilung zu sein. Die Supermoto X Reifen bieten auf Asphalt und festem Untergrund jede Menge Grip und Komfort, stoßen aber bei etwas loserem Schotter oder Matsch schnell an ihre Grenzen.

Innovation/Design: 3/5
Im Bereich der Long Tails mit 26“ Rädern gibt es nur wenig Konkurrenz, Yuba Mundo, Riese & Müller Multicharger wären da Beispiele, und das Bergamont E-Cargoville LT liegt Design- und Konstruktionsmäßig ein bisschen dazwischen. Dass hier ein Mixte Rahmen mit einem relativ niedrigen Einstieg mit der Doppelakku Funktion kombiniert werden kann, ist cool und auch die serienmäßige Integration des Kiox Systems ermöglicht Navigation und smarte Funktionen auch ohne ein Handy am Lenker. Schade ist, dass das LT nur mit Kettenschaltung angeboten wird und es keine Möglichkeit gibt, einen Riemen zu verbauen, falls man auf Nabenschaltung umbauen will. Das reduziert den Alltagsnutzen für Einige. 

Die Beplankung von Frontgepäckträger und Running Boards ist sehr schick, aber auch recht empfindlich. Hier muss man die Teile regelmäßig pflegen und wahrscheinlich recht früh tauschen, wenn die Optik zählt.

Ausstattung: 4/5
Die Shimano Deore XT 12-fach Schaltung ist bei einem Cargobike schon recht selten und gutes Extra, wenn man wirklich die große Bandbreite braucht oder seine Lieblings-Trittfrequenz genau einhalten will. Sattel und Griffe von Ergon sind zwar aus dem unteren Regal der Ergonomieprofis, aber ich finde besonders den Sattel sehr bequem und die Griffe stehen dem in nichts nach. Je nach Sitzposition oder Körperbau benötigt ihr aber dennoch eventuell einen breiteren Sattel. Die Pedale bieten eine Menge Grip und funktionieren unauffällig und die Klingel ist etwas besser als das, was man sonst häufig standardmäßig bekommt. Die Beleuchtung ist okay, kann aber in Ausleuchtung und Helligkeit nicht mit Supernova zum Beispiel mithalten. Das Einzige, was ich in Bezug auf die Ausstattung vermisse, ist eine Federsattelstütze. Da bin ich aber vielleicht auch einfach verwöhnt.

Preis: 5/5
4600€ in dieser Ausstattung und 4000€ für die schlechter ausgestattete „Edition“ sind sehr respektabel, wenn man sich das aktuelle preisliche Umfeld ansieht. Voll ausgestattet liegt man zwar auch bei 5500€, aber hier ist in der Grundausstattung schon der große Frontgepäckträger drin und man kann sich das Rad mit dem Zubehör ausstatten, wie man es braucht. Die Anbauteile sind insgesamt, meines Erachtens, ebenfalls günstig, wenn man die aktuellen Preise im Hinterkopf behält. Und wenn man kleine Kinder hat, kann man die Grundausstattung wählen, Kindersitze hinten drauf und Bügel und Running Boards später kaufen…also insgesamt ein sehr konkurrenzfähiger Preis.

Qualität: 4/5
Rahmen und Anbauteile des Bergamont E-Cargoville LT sind sämtlich sehr gut verarbeitet. Saubere Schweißnähte und gute Lackierung bzw. Beschichtung, die auch einiges Aushält. Das Holz hingegen leidet recht schnell. 

Der Verschleiß ist bei einer Kettenschaltung wichtig im Auge zu behalten und hier spielt eine Rolle, dass wir eine 12-Fach Schaltung haben, dessen Verschleißteile teurer sind, als bei 11 oder 10 Gängen. Auf der anderen Seite ist hier keine Federgabel, um die man sich kümmern muss und die Akkus sind so positioniert, dass sie nicht den Dreck der Straße abbekommen. Der Motor wird hier unten noch von einer zusätzlichen Verschalung geschützt. Steckachsen vorne und hinten sorgen für Stabilität im Aufbau sowie einen gewissen Diebstahlschutz. Auch die Textil-Teile haben eine sehr gute Verarbeitung und fühlen sich hochwertig und solide an. 

Familienbike Kategorie 

Variabilität: 4/5
Als Long Tail ist das Bergamont E-Cargoville LT recht variabel. Die Gepäckträger bieten viele Befestigungspunkte und besonders mit dem Bügel sind Euroboxen einfach transportierbar. Die Beladungskapazität der Gepäckträger ist ausreichend, wobei 54kg hinten schon weniger ist, als bei diversen Marktbegleitern. Dafür ist das Rad vielseitig verwendbar: zwei Kinder + Einkäufe, lange, sperrige Gegenstände, alles für eine Radreise… alles lässt sich einfach transportieren. Es ist auch möglich, Anhänger zu nutzen, dann muss man aber auf die Fußstützen unten verzichten. Das ist schade, aber auch Standard bei den meisten Long Tails. 

Sitze/Bank: 4/5
Wie bei den meisten Long Johns gibt es hier keine Bank im Sinne des Wortes, sondern den Gepäckträger, der sich mit Zubehör anpassen lässt. Mit Kindersitzen können Kinder ab ca. 9 Monaten mitgenommen werden, bis sie groß genug sind, um sich selbstständig an den Bügeln festzuhalten. Wir haben das mit der Großen ausprobiert und es hat sehr gut geklappt. Das Polster ist angenehm und die Griffpolster ebenfalls. Was fehlt, ist ein kleines Rückenpolster. So lassen sich zwar auch größere Kinder einfach mitnehmen. Wobei allerdings der komplette Bügel etwas stören könnte.

Ganz kleine Kinder unter 9 Monaten finden auf dem Bergamont E-Cargoville LT natürlich keinen Platz. Da kommt dann wieder der Anhänger ins Spiel. Und so bin ich auch größtenteils unterwegs gewesen. Denn erst war es immer fürchterlich nass und dann, besonders morgens, fürchterlich kalt.

Zubehör: 3/5
Die Teile, die es von Bergamont gibt, sind alle sehr hochwertig, haben viele tolle Details, siehe die Taschen im ersten Video, und sind auch nicht übermäßig teuer. Allerdings ist die Auswahl recht beschränkt und deckt auch nicht alles ab. Für einfache Griffe zum Beispiel, um größere Menschen mitzunehmen, muss man woanders stöbern. Auch gibt es für kleinere Kinder keinen Wetterschutz, was ich dann durch den Anhänger kompensiert habe. Und ich könnte mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die auch gerne noch größere Taschen mit eventuell weniger Schnickschnack hätten. Also kurz gesagt: das, was es gibt, ist top, aber es gibt halt nicht alles.

Parken und Rangieren: 3/5
Mit einer Länge von knapp über zwei Metern ist das Bergamont E-Cargoville LT schon eine ganze Ecke größer als ein normales Fahrrad, es lässt sich aber dennoch einfach und intuitiv rangieren und bewegen. Beim Abstellen ist der Ständer nicht optimal. Der lässt das Bike zwar sicher stehen, auch wenn zwei Kinder hinten drauf sind, ist aber schwierig in der Bedienung, besonders wenn das Rad beladen ist. Denn um es auf den Ständer zu bringen oder herunter zu holen, muss man es immer irgendwie anheben. Das ist für mich relativ leicht. Für Andere, die leichter oder kleiner sind, könnte es allerdings ein Kraftakt sein.

Und wenn man es anschließen möchte, sorgen die breiten Gepäckträger dafür, dass man ein relativ langes Schloss braucht, um an einen Fahrradständer zu kommen. Was ich im Alltag auch als Nachteil empfunden habe ist, dass es kein Speichenschloss gibt und offenbar auch keines vorgesehen ist. Gerade für kurze Stopps vor der Kita oder beim Bäcker hab ich das vermisst.

Sicherheit: 4/5
Das wichtigste Sicherheitsfeature sind die Bremsen und hier geht Bergamont in die Vollen mit den hervorragenden CMe5 Bremsen und entsprechend großen Bremsscheiben. Klasse! Durch die Sitzposition hat man einen guten Überblick über den Verkehr und alles, was links und rechts passiert. Und was mir auch aufgefallen ist: Das Tretlager ist tiefer als bei anderen Long Tails. Dadurch hat man an der Ampel einen guten Stand und braucht nicht links und rechts trippeln. Besonders wichtig, wenn Kinder hinten drauf sind. Für die Kinder ist der Bügel super und falls das Rad doch kippen sollte, sind sie hier ganz gut geschützt. Die Beleuchtung ist ausreichend, aber nicht überragend und das Rücklicht ist unnötig tief befestigt und ungeschützt. Dafür kann man es aber auch dann gut von der Seite sehen, wenn die Taschen am Gepäckträger befestigt sind. Auch der Frontscheinwerfer ist von der Seite sichtbar, das ist gut! Die reflektierenden Elemente an den Taschen und dem Radschutz geben ein bisschen mehr Sichtbarkeit in der Dunkelheit.

Gesamtscore: 38/50

Fazit:

Auf den ersten Blick erscheint das Bergamont E-Cargville LT recht einfach und standardmäßig, hat aber einige clevere Ideen und eine Geometrie, mit der verschiedene Fahrerinnen und Fahrer gut klarkommen sollten. Schade ist natürlich, dass ich es nicht gemeinsam mit meiner Frau nutzen kann, ich bin 1,96 und sie 1,62, sodass sie die kleinere Rahmengröße bräuchte. Insofern kommt es nicht für alle als Familienbike infrage. Aber Bergamont hat sich dazu entschieden, da eine One-Size-Fits-Most Lösung auch mit Kompromissen einhergeht. Ich war doch erstaunt darüber, wie einfach sich das Bike im Alltag bewegen lässt und wie einfach beide Kinder, deren Gepäck und komplette Einkäufe sich auf dem Rad mitnehmen lassen. Und es fährt sich sehr intuitiv, egal ob beladen oder nicht. Der Motor könnte für einige Anwendungsbereiche mehr Bums vertragen und das Bike hat ein paar Schwächen, wenn man es nicht fährt, sondern abstellen will. Insgesamt hat mich das Bike aber positiv überrascht.

Durch die Konzeption eignet es sich für alle, die ein robustes und fähiges Longtail suchen, ein Bike, das nicht besonders auffällt, sondern erst dann, wenn man es belädt. Familien werden dann glücklich, wenn die Kinder zwischen 1 und 10 Jahren sind und Schietwetter nichts ausmacht. Oder auch dann, wenn ihr ein besonders robustes Zugfahrzeug sucht, das alles aufnehmen kann, was nicht mehr in den Anhänger reinpasst. Ihr solltet aber bereit sein, etwas Zeit in die regelmäßige Pflege zu stecken. Es ist, und das ist eine weitere Besonderheit, auch dann eine gute Alternative, wenn ihr nicht so viel Geld ausgeben wollt. Und ich würde tatsächlich die Edition für 3999€ vorziehen, da ihr dort zwar bei einigen Punkten Abstriche machen müsst, aber die wesentlichen Punkte wie Rahmen, Akku, Motor und Zubehör sind genau die gleichen. Wenn ihr allerdings dieses wunderschöne weiß haben wollt, braucht ihr das LT Expert!

* Bergamont hat mir das Rad zur Verfügung gestellt und unterstützte mich für die Erstellung des ersten Videos. Auf meine Meinungsäußerung, die Gestaltung meiner Videos und die Erstellung dieser Bewertung hat dies keinen Einfluss. Ich bin herstellerneutral.